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„Hier stinkt es“: Flüchtlinge wollen nicht in Tribseeser Halle

Tribsees „Hier stinkt es“: Flüchtlinge wollen nicht in Tribseeser Halle

25 Syrer lehnen notdürftig ausgestattete Unterkunft ab / Behörde soll heute helfen

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Flüchtlinge und Polizisten diskutierten gestern über eine schnelle Lösung, die aber nicht gefunden wurde. Fotos (2): Reinhard Amler

Tribsees. Große Aufregung gestern Nachmittag in Tribsees: Vor einer Halle des Berufsbildungsvereins (BBV) steht ein Bus der Verkehrsbetriebe Vorpommern-Rügen. An Bord: 25 Flüchtlinge, alle aus Syrien. Sie weigern sich, auszusteigen, weil sie hier eine Halle beziehen sollen, die nur notdürftig mit Feldbetten ausgestattet ist. „Es sind nicht einmal Teller dort“, sagt einer der Ankommenden. „Und außerdem stinkt es darin.“

Wir fühlen uns nicht in der Lage, hier kurzfristig eine Lösung herbeizuführen.Maik Schroeder,

Chef des Grimmener Polizeireviers

Die Polizei ist mit 15 Einsatzkräften und sechs Fahrzeugen vor Ort. Einsatzleiter ist Maik Schroeder, Chef des Grimmener Polizeireviers: „Sowohl wir als auch der Betreiber der Halle sind völlig überrascht worden von der Situation“, sagt er. „Wir fühlen uns nicht in der Lage, hier kurzfristig eine Lösung herbeizuführen. Es handelt sich hier auch um keine polizeiliche Aufgabe.“ Deshalb wurde die Ausländerbehörde des Landkreises informiert mit der Maßgabe, heute für eine Lösung zu sorgen.

Ebenso wie die Polizisten wirkt auch Jörg U. Leesch, Chef des Berufsbildungsvereins Tribsees, dem die Flüchtlinge zugewiesen wurde, angespannt. Äußern will er sich nicht. Polizeichef Schroeder bemüht sich, den Flüchtlingen, die wie viele andere im Land derzeit ihre Winterquartiere verlassen müssen, die Situation zu verdeutlichen. Zum Glück gibt es einen Mann, der übersetzen kann. Über ihn erfahren die jungen Männer — die meisten dürften nicht einmal 30 sein — dass der Bus so lange vor Ort bleibt, bis die Sache geklärt ist. Die Männer sollen die Nacht im Fahrzeug oder in der Halle verbringen.

Seit vier Monaten sind die Syrer in Deutschland, erklärt Mohammed (30) aus Aleppo, einer der am meisten umkämpften Städte im Norden Syriens. Bislang waren sie in den Jugendherbergen Born auf dem Darß

und Prora auf Rügen untergebracht. „Dort hatten wir Vier-Mann-Zimmer“, sagt Mohammed.

Polizeichef Schroeder erklärt den Syrern, dass sie keine Asylbewerber mehr seien, sondern anerkannte Flüchtlinge. Folglich müssen sie sich jetzt selbstständig um Wohnraum bemühen. Dafür sei ihnen Geld ausgezahlt worden — so, wie es die deutsche Sozialgesetzgebung vorsieht. Nach stundenlangem Warten in der Kälte ziehen es die Flüchtlinge vor, zunächst doch in die Halle zu ziehen. Zur Sicherheit bleibt die Polizei mit einem Wagen und zwei Beamten vor Ort. Wie es weitergeht, entscheidet sich heute.

 



Reinhard Amler

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