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MV aktuell Hilfe für junge Herzpatienten
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00:05 08.09.2016
Die Unimedizin Greifswald ist die erste Schwerpunktklinik in MV für die Behandlung Erwachsener mit angeborenem Herzfehler. Im Bild Herzspezialist Prof. Stephan Felix, Patient Steffen Lüdke und Prof. Matthias Heckmann, Chef der Kinderneonatologie (v.l.). Quelle: Peter Binder

Steffen Lüdke hat ein ziemliches Päckchen zu tragen: Der heute 35-Jährige wurde mit einem komplexen Herzfehler geboren. „Er hat nur eine Herzkammer. Außerdem fehlt bei Steffen die Lungenschlagader“, erläutert Prof. Matthias Heckmann, Chef der Neonatologie und pädiatrischen Intensivstation der Greifswalder Unimedizin. Jahrelang wurde der junge Mann aus der Hansestadt im Berliner Herzzentrum behandelt. Seit einigen Monaten muss er nun nicht mehr dauernd die 250 Kilometer in die Hauptstadt zurücklegen, sondern wird in der Sprechstunde der Greifswalder Kinderkardiologin und Neonatologin Dr. Michaela Maier-Weidmann betreut. „Mich beruhigt das sehr, dass ich nicht mehr Hunderte Kilometer fahren muss, wenn es mir schlecht geht, sondern in der Unimedizin, also quasi um die Ecke, Hilfe erhalte“, sagt Lüdke.

Für die Behandlung der Patienten müssen im Zentrum alle Experten eng kooperieren.“Dr. Michaela Maier-Weidmann

Ärztin Michaela Maier-Weidmann behandelt seit vielen Jahren junge „Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern“ (EMAH) und besitzt dafür eine besondere Spezialisierung. Ihrem Wirken sei es zu verdanken, dass die Unimedizin Greifswald im Januar als erste und einzige Schwerpunktklinik dieser Art in MV zertifiziert worden ist, sagt Heckmann. „Dafür ist eine enge Zusammenarbeit aller kardiologischen Experten des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin und der Kardiologie einschließlich des Herzkatheter-Labors und der Intensivstationen erforderlich“, betont Maier-Weidmann. Auch eine enge Kooperation mit dem Deutschen Herzzentrum in Berlin sei Voraussetzung für das Zertifikat gewesen.

„Wie wichtig diese Zusammenarbeit ist, habe ich gerade erfahren. Durch die Unverträglichkeit eines Medikaments musste ich gerade ein Dreivierteljahr in der Klinik liegen. Meine Schilddrüse hat nicht richtig gearbeitet“, schildert Steffen Lüdke. Bei Frau Maier-Weidmann fühle er sich bestens aufgehoben. Sie betreut sowohl Babys, die noch nicht geboren sind, Kinder und Jugendliche sowie Erwachsene mit angeborenem Herzfehler und auch Schwangere.

Ein Loblied auf die Ärztin und das neue Betreuungszentrum in Greifswald kommt auch von Beate Grimm aus Brandshagen. Ihre Tochter Jana (heute 31) wurde mit einem dreifachen Herzfehler geboren, bekam mit 22 eine künstliche Herzklappe und ist geistig und körperlich behindert. Die Mutter musste mit ihr immer zu Spezialisten nach Hamburg fahren. „Das war nervenaufreibend und für mein Kind Stress pur“, schildert sie. Dass es mit Maier-Weidmann in MV eine derart spezialisierte Kinderkardiologin gebe, die ihre Patienten ganzheitlich sehe, sei nach ihren Worten ein Glücksfall.

Nach Aussage von Prof. Stephan Felix, dem Chef der Kardiologie der Unimedizin, haben ein oder zwei Kinder von 1000 Neugeborenen einen komplexen Herzfehler. In Greifswald werden etwa 100 Betroffene betreut. Zum Einsatz kommen dabei EKG, Langzeit-EKG, Echokardiografie und Ergospirometrie sowie elektrophysiologische Untersuchungen.

Um die Diagnostik und Therapie dieser besonderen Patienten zu vervollkommnen, fand gestern in der Hansestadt zu dieser Thematik ein interdisziplinäres Symposium statt. Auch Experten aus den renommierten Herzzentren Berlin, Gießen und Lyon (Frankreich) waren zum Erfahrungsaustausch an den Ryck gekommen.

Info: Unimedizin Greifswald,

Sekretariat Prof. Heckmann,

☎ 03834/8664 21

Cornelia Meerkatz

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