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Hilferuf aus Warnemünde

Rostock Hilferuf aus Warnemünde

Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt verspricht rasche Unterstützung

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Landesagrarminister Till Backhaus (SPD) sucht am Strand von Warnemünde das Gespräch mit protestierenden Milchbauern.

Quelle: Wüstneck/dpa

Rostock. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will den notleidenden Milchbauern in Deutschland möglichst schnell finanzielle Hilfen zukommen lassen. Bei den Haushaltsberatungen im Bundestag kündigte Schmidt gestern an, dass er die notwendigen Regelungen bereits Anfang der kommenden Woche auf den Weg bringen werde, um noch für das laufende Jahr Geld zur Verfügung stellen zu können.

Zuvor hatte Mecklenburg-Vorpommerns Bauernverbands-Präsident Detlef Kurreck auf der Länder-Agrarministertagung in Rostock-Warnemünde erklärt, eine schnelle finanzielle Hilfe für die unter niedrigen Preisen leidenden Milchbauern werde es in Deutschland wohl nicht geben. Für die Vergabe der 116 Millionen Euro an Krisenhilfen von EU und Bund sei ein Gesetzgebungsverfahren nötig, sagte er. Mit dem Geld könnten die Bauern daher in diesem Jahr nicht mehr rechnen. Kurreck äußerte sich enttäuscht: „Wir kriegen nicht das Tempo, das wir brauchen.“ Allein in Mecklenburg-Vorpommern mit rund 700 Milchbetrieben hätten in den vergangenen zwölf Monaten 60 Firmen aufgegeben.

Die niedrigen Milchpreise sind nach Ansicht des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) ein gesellschaftlicher Skandal und nicht nur ein Desaster für die Bauern. Auf einer Kundgebung am Rande der Konferenz sagte der BDM-Bundesvorsitzende Romuald Schaber, die Milchbauern hätten in der aktuellen Krise rund vier Milliarden Euro verloren. „Der geringste Teil davon kommt in Form von billigen Lebensmitteln bei den Verbrauchern an. Die Milliarden bleiben bei den Konzernen hängen“, sagte er.

Mit Latzhose und Transparenten gingen Bauern in die Fluten der Ostsee und machten – wie schon Berufskollegen am Vortag – deutlich, dass ihnen das Wasser bis zum Hals steht. Auf die Hilferufe hin kam Mecklenburg-Vorpommerns Ressortchef Till Backhaus (SPD) an den Strand und nahm sich Zeit für Gespräche. Ihm sei klar: „Wenn wir hier nicht die Weichen stellen, wird das der bäuerlichen Landwirtschaft in Deutschland das Ende bereiten.“ In der Milchwirtschaft werde für ganz Europa ein Instrument zur obligatorischen Mengenkürzung gebraucht. Der Markt allein werde es nicht regeln, der Staat müsse eingreifen, forderte Backhaus. Er hoffe auf einen klaren Beschluss der Länder-Agrarminister.

OZ

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