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MV aktuell Hoch Tanja bringt goldenen Herbst in den Nordosten
Nachrichten MV aktuell Hoch Tanja bringt goldenen Herbst in den Nordosten
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00:06 17.10.2017
In der Klosterruine Eldena bei Greifswald zeigt sich der Herbst von seiner schönsten Seite. Quelle: Foto: Christian Rödel
Rostock

Die Sonne wärmt, das Laub färbt sich bunt: Der Herbst zeigt sich in diesen Tagen von seiner schönsten Seite und lässt Mecklenburg-Vorpommern golden erstrahlen.

Temperaturen von mehr als 20 Grad Celsius / Tourismus hofft auf weitere Gäste

Und das „sonnige und sehr warme Wetter ist noch nicht vorbei“, erklärt der Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net. Hoch Tanja werde noch für weiteren Sonnenschein sorgen. Vielerorts kletterten die Temperaturen gestern und am Sonntag im Nordosten über die Marke von 20 Grad Celsius, etwa in Warnemünde, Boltenhagen und Kirchdorf auf der Insel Poel, teilt der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit.

Das schöne Wetter lockt die Hobbygärtner ins Freie: In den Gärten werden jetzt Äpfel, Kürbisse und Möhren geerntet, sagt der Vorsitzende des Landesverbands der Gartenfreunde MV, Peter Heinemann.

Zudem stehen die letzten Heckenschnitte an, wird der Rasen noch einmal gemäht. Gepflanzt wird auch bereits: Winterzwiebeln und Frühjahrsblüher kommen in die Erde. Wermutstropfen: „Die Apfelernte ist schlecht“, erklärt Peter Heinemann. Der Frost im Frühjahr und die Feuchtigkeit verhagelten den Gärtnern die Apfel-Bilanz.

Auch der Sommer in MV war bescheiden. Beim häufigen Zustrom mäßig warmer Meeresluft aus atlantischen Tiefdruckgebieten lag die Durchschnittstemperatur laut DWD bei eher kühlen 17,1 Grad Celsius.

Mit 300 Litern Regen pro Quadratmeter war der Sommer zudem deutlich nasser als im Vorjahr (187 Liter).

Mit den Folgen der hohen Niederschlagsmengen haben gegenwärtig die Landwirte noch zu kämpfen. In einigen Regionen seien landwirtschaftliche Flächen „nur schwer oder gar nicht befahrbar“, teilt der Bauernverband MV mit. Dort, wo es möglich ist, werden derzeit Zuckerrüben, Mais, Gras und Kartoffeln geerntet. Zudem sind viele Drillmaschinen bei der Aussaat von Winterweizen im Einsatz. Die Ernte der sogenannten Mähdruschfrüchte sei im Nordosten durchschnittlich gewesen, die Rapserträge hingegen enttäuschend.

Der Sommer enttäuschte auch die Tourismuswirtschaft. Daher ist „nach einem herausfordernden Jahr der goldene Herbst noch einmal Balsam“, betont der Sprecher des Landestourismusverbands TMV, Tobias Woitendorf. Das schöne Wetter könne ausschlaggebend für eine Reise-Entscheidung in den Nordosten sein. Und hier warten jede Menge Attraktionen: von Herbstwanderungen auf Rügen, über die Usedomer Wildwochen bis hin zu Kranich-Beobachtungen.

Wegen des schlechten Wetters hatten Tausende Kraniche länger als üblich an der Darß-Zingster- Boddenkette und auf Rügen ausgeharrt. Die Schreitvögel schlagen sich alljährlich im Binnenland, etwa in der Müritz-Region, auf Maisäckern die Bäuche voll, bevor sie in die südlichen Winterquartiere weiterziehen. Nicht nur in der Luft – neben Kranichen ziehen z.B. Stare, Schwalben und Störche fort –, sondern auch auf dem Boden werden Orte gewechselt: „Die Herbstwanderung der Frösche setzt jetzt ein“, erklärt die Naturschutzreferentin bei der Umweltorganisation BUND, Janine Böttcher.

Der Grund für das aktuell goldige Wetter in MV ist „ex-Hurrikan“ Ophelia, erklärt Wetterexperte Dominik Jung. Der schwere Sturm, der gestern über Irland wütete, bringt an seiner Vorderseite warme Luft nach Deutschland. Und die Aussichten sind golden: Laut DWD scheint heute häufig die Sonne, bei Temperaturen bis 21 Grad Celsius. Ab Wochenmitte ziehen Wolken auf, aber es bleibt recht warm. Den höchsten Wert der vergangenen zehn Jahre an einem 15. Oktober registrierte der DWD übrigens mit 26,5 Grad im Jahr 2011 in Groß Lüsewitz bei Rostock und in Kirchdorf auf Poel.

Axel Meyer

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