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MV aktuell Hochschulen haben 58 Millionen auf der hohen Kante
Nachrichten MV aktuell Hochschulen haben 58 Millionen auf der hohen Kante
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11:22 01.04.2016
Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) Quelle: J. Büttner/dpa

Viel Geld auf der hohen Kante: Die Rücklagen der Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern übersteigen mit jetzt 58 Millionen Euro erstmals die 50-Millionen-Marke.

Allein 2015 haben die staatlichen Universitäten und Fachhochschulen laut Bildungsministerium in Schwerin 9,2 Millionen Euro gespart. Die Entwicklung der Rücklagen sei „außerordentlich positiv“, erklärt Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD). Für die Linke im Schweriner Landtag leiden die Hochschulen trotz hoher Rücklagen unter einer unzureichenden finanziellen Grundausstattung. Die Hochschulen sehen die Rücklagen als zweckgebundene Reserven.

„Mir sind die angesparten Rücklagen der Hochschulen lieber als Defizite oder sinnloses Geldausgeben“, betont Brodkorb. Die Universität Rostock hat nun eine Gesamtrücklage von 27,5 Millionen Euro, die Universität Greifswald 7,3 Millionen, die Hochschule für Musik und Theater Rostock 212000 Euro sowie die Fachhochschulen Wismar 14 Millionen, Stralsund 5,8 Millionen und Neubrandenburg 3 Millionen Euro. Die Entwicklung der Rücklage zeige, dass die Hochschulen sorgsam mit dem zur Verfügung gestellten Geld umgehen und Vorsorge für künftige Vorhaben treffen können.

Für die Linke reicht das nicht. „Die notwendige Anpassung der Finanzmittel an die realen Bedarfe ist unter Bildungsminister Brodkorb nicht erfolgt“, kritisiert Dr. Hikmat Al-Sabty, hochschulpolitischer Sprecher der Linksfraktion. Die Entwicklung einer Rücklage lasse nur bedingt Rückschlüsse auf die Finanzkraft einer Hochschule zu. Eine hohe Rücklagenbildung könne sogar ein Indiz für Unterfinanzierung sein, da dringend notwendige Maßnahmen aufgeschoben werden, bis genügend Mittel angespart sind.

Die Universität Rostock verweist darauf, dass ihre Rücklagen zweckgebunden seien. Ein Großteil davon resultiere aus Drittmitteln und diene der Finanzierung der Forschungsinfrastruktur für drittmittelfinanzierte Projekte an der Universität, erklärt Rektor Prof. Wolfgang Schareck. Im Zeitraum 2016 bis 2020 stelle das Land gegenüber 2014/15 jährlich mehr Geld zur Verfügung. So erhält die Uni Rostock in diesem Jahr einen Zuschuss von etwa 107 Millionen Euro. Die zusätzlichen Mittel sollen in die Lehr- und Forschungsgeräteinfrastruktur investiert werden.

Für die Universität Greifswald seien die Rücklagen finanzielle Reserven für vertragliche Verpflichtungen sowie für künftige Belastungen, die aus planerischen Entscheidungen resultieren, erklärt Uni- Sprecher Jan Meßerschmidt. Die Universität gehe davon aus, dass sie mit den bereitstehenden Mitteln den Uni-Betrieb absichern könne. Jedoch: „Für eine Weiterentwicklung der Wettbewerbsfähigkeit im nationalen und internationalen Rahmen reichen diese Mittel nicht aus“, sagt Meßerschmidt. Die Universität erhält dieses Jahr vom Land 64,7 Millionen Euro als Zuschuss (2017: 65,5 Millionen Euro).

An der Hochschule Wismar würden Rücklagen flexibel eingesetzt, sagt Rektor Prof. Bodo Wiegand- Hoffmeister. Die Mittel sollten — ergänzend zum Landeszuschuss — investiv, zur Begründung von Beschäftigungspositionen und zur Absicherung des Studienbetriebs gegenüber unvorhersehbaren Finanzierungsrisiken verwendet werden.

Der Landeszuschuss beträgt 25,5 Millionen Euro (2016) sowie 25,6 Millionen Euro (2017).

Von Bernhard Schmidtbauer

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