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Hochstapler in Weiß: Krankenpfleger gab sich jahrelang als Doktor aus

Rostock Hochstapler in Weiß: Krankenpfleger gab sich jahrelang als Doktor aus

Der 41-Jährige aus Sachsen-Anhalt behandelte zuletzt Patienten auf einem Aida-Kreuzfahrtschiff auf hoher See

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Denny H. (l.) im Gerichtssaal mit seiner Rechtsanwältin.Zuletzt war er als falscher Arzt auf einem Kreuzfahrtschiff tätig.

Quelle: Jensen/dpa

Rostock. Weißer Kittel und ein Doktortitel: Ein falscher Arzt, der auf einem Aida-Kreuzfahrtschiff 1300 Passagiere behandelt hat, soll für drei Jahre ins Gefängnis. Das Berliner Landgericht sprach den 41-jährigen Denny H. gestern der gefährlichen Körperverletzung, des Betrugs, des Titelmissbrauchs und der Freiheitsberaubung im Zusammenhang mit durchgeführten Narkosen schuldig. Patienten seien nicht zu Schaden gekommen, sagte der Vorsitzende Richter. „Er wäre aber nicht in der Lage gewesen, bei Komplikationen einzugreifen.“

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Der 41-Jährige aus Sachsen-Anhalt behandelte zuletzt Patienten auf einem Aida-Kreuzfahrtschiff auf hoher See

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Der gelernte Krankenpfleger aus Sachsen-Anhalt hatte sich 2010 mit einer gefälschten Arztzulassung und einem angeblichen Doktor-Titel fünf Jahre lang als Anästhesist und Intensivmediziner ausgegeben.

Der geständige Angeklagte habe eine Lebenslüge aufgebaut, „um sich selbst aufzuwerten und weil ein Arzt mehr Geld verdient“, erklärte das Gericht nach der achttägigen Verhandlung.  

Der Angeklagte war zunächst als Koordinator der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) sowie als Dozent an der Berliner Charité tätig. Zudem führte er als angeblicher Anästhesist in einer Praxisklinik 41 Narkosen durch. Für zehn Monate war er schließlich als Arzt auf einem Aida-Kreuzfahrtschiff tätig und behandelte den Ermittlungen zufolge mehr als 1300 Gäste. Insgesamt hatte der Hochstapler als angeblicher Mediziner rund 500 000 Euro eingenommen.

Nach einer etwa zehnjährigen Tätigkeit in der Intensivmedizin in einem Krankenhaus in Stendal habe sich der in seinem Beruf sehr anerkannte Angeklagte entschlossen, seinen Aufstieg mit gefälschten Unterlagen zu betreiben, so das Gericht. Er habe sich um eine Anstellung bei der DSO beworben, weil ihn als Arzt dort vorrangig organisatorische Aufgaben erwarteten. „Nie gab es Zweifel an seiner Qualifikation.“ Der Schwindel war 2015 aufgeflogen, als der Angeklagte einen neuen Ärzteausweis beantragte. Mit einer gefälschten Urkunde wollte er sich einen zweiten Vornamen eintragen lassen. Vor acht Monaten wurde der Vater einer kleinen Tochter verhaftet. Vor Gericht hatte er umfassend gestanden und erklärt, er habe „immer nur Menschen helfen wollen“.

Die Staatsanwaltschaft hatte auf eine Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten plädiert. Die Anwälte beantragten eine Bewährungsstrafe.“Der Angeklagte wurde bis zur Rechtskraft des Urteils auf freien Fuß gesetzt.

Anne Baum

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