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Höhere Grundsteuern: „Wegelagerei“

Höhere Grundsteuern: „Wegelagerei“

Leser stellen geplante Reform infrage / Vor allem die „kleinen Leute“ werden dabei benachteiligt / Unverständnis aber auch über Richtwerte aus dem Jahr 1935

Rostock. Deutschlandweit droht eine massive Erhöhung der Grundsteuer. Die Daten, auf die bis dato für die Berechnungen zurückgegriffen wird, sind uralt. In den kommenden Jahren werden deshalb auch in Mecklenburg-Vorpommern alle Grundstücke neu bewertet. Für viele Besitzer soll es danach teurer werden – vor allem in guten Lagen. Auch viele Mieter dürften betroffen sein, denn die Steuer kann vollständig umgelegt werden. In MV stammen die Berechnungsdaten aus dem Jahr 1935. Bei der Neubewertung von bebauten Grundstücken soll der Wert des Gebäudes (inklusive Art und Baujahr) berücksichtigt werden. Vermutlich wird es etwa fünf Jahre dauern, bis die Reform durchgesetzt wird. Die Leser der OSTSEE-ZEITUNG diskutieren die geplante Grundsteuerreform auf der Facebook-Seite der OZ und äußern sich in Briefen dazu. Viele Leser lehnen dies ab.

So wie Martin Lange : „Natürlich, irgendwie muss man ja die Menschen, die tatsächlich in der -Realwirtschaft was leisten, ausnehmen“, schreibt er. Wer das jedoch nicht akzeptieren will, der solle eine Demonstration dagegen anmelden.

Facebook-Nutzer Marc Aurel wettert ausführlich gegen die geplanten Änderungen in der Grundsteuer-Erhebung. „Das ist schlichte moderne Wegelagerei“, kritisiert er. „Für diese Grundstücke haben die allermeisten Menschen hart gearbeitet oder haben es hart erarbeitet an die nächsten Verwandten weitergegeben.“ Die allermeisten Grundstücke sind noch nicht einmal abbezahlt und diejenigen, die es geschafft haben, hätten jahrzehntelang dafür geschuftet. Die Kritik des Lesers geht noch weiter. „Die Aussagen, dass man sich doch darüber freuen sollte, dass es jahrelang aus deren Sicht günstig war, sollte man demjenigen links und rechts um die Ohren hauen.“ Das zeige wieder einmal überdeutlich, wie weit weg die Politik vom normalen Menschen im Land ist. Gerade in einem Land, das sehr mit Strukturproblemen, Arbeitslosigkeit und vielem mehr zu kämpfen hat, seien im Grunde unterstützende Maßnahmen notwendig und keine, die dem Bürger noch mehr Geld aus der Tasche ziehen würden. Dieter Schley ist sich sicher: „Die Idee lag schon seit Jahren im Schubfach, war nur noch die Frage wann oder?“ Zum Thema Abkassieren hat Karl-Heinz Kunkel noch eine Idee: „Am besten der Regierung noch eine Maut für Gehwege und Radwege vorschlagen, damit kann man die Sanierungskosten wieder reinholen.“

Über die Basis der bisherigen Grundsteuerberechnung staunt Andreas Deitlaff : „Daten von 1935, ich hau’ mich weg.“ Und Artus Daniel- Hoerfeld merkt an: „Man kann davon ausgehen, dass sich der Wert eines Grundstücks seit 1935 verzehnfacht hat. Was passiert dann eigentlich mit denen, die das nicht zahlen können? Zwangsversteigerung?“ Bernd Schmalz meint: „Eine Anpassung ist natürlich dringend notwendig, damit wie gehabt die kleinen Leute gemolken werden können.“ Henrike Pfeil sagt: „Dinge werden im Laufe der Zeit angepasst – ist doch normal!“

Für Facebook-Nutzer Al Frankstone ergibt sich aus der geplanten Steuerreform eine ganz praktische Frage: „Wer sein Haus modernisiert, muss also mehr Grundsteuer zahlen. Gilt das auch für energetische Sanierungen?“

Bernhard Schmidtbauer

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