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Hohe Düne: Neue Probleme mit Korvetten

Rostock/Berlin Hohe Düne: Neue Probleme mit Korvetten

Zwei Lenkraketen im Wert von je einer Million Euro abgestürzt.

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Die Korvette „Magdeburg“ vor Warnemünde.

Quelle: Frank Hormann

Rostock. Die Pannen-Korvetten der Marine kommen nicht aus den Schlagzeilen: Bei einem Erprobungsschießen Anfang Juni vor der Küste von Schweden sind zwei von der Korvette „Magdeburg“ verschossene Lenkflugkörper abgestürzt. Wie erst jetzt bekannt wurde, hätte die erste Rakete wegen eines „einmaligen Produktionsfehlers“ versagt, so die Bundeswehr. Bei der zweiten Rakete habe es einen Fehler im Kraftstoffsystem gegeben. Die „Magdeburg“ ist in Rostock-Hohe Düne stationiert.

Die Marschflugkörper mit der Bezeichnung Robotsystem 15 (RBS 15) werden vom schwedischen Hersteller Saab Bofors Dynamics produziert. Sie haben eine Reichweite von rund 200 Kilometern und können von Schiffen, Flugzeugen und Lkws aus gestartet werden. Jeder Lenkflugkörper kostet rund eine Million Euro.

Die „Magdeburg“ war im Herbst 2011 als erstes Schiff des aus insgesamt fünf Korvetten der Braunschweig-Klasse bestehenden Geschwaders mit den Lenkflugkörpern bestückt worden. Die Marine plant, alle Korvetten mit den RBS-15-Raketen auszurüsten — als Hauptbewaffnung. Die sogenannten Anti-Schiff-Lenkwaffen seien jedoch noch nicht offiziell eingeführt, heißt es aus Kreisen der Deutschen Marine. Es handle sich bei den Tests um ganz normale Prozesse, die einer „gewissen Geheimhaltungsstufe“ unterlägen.

Die fünf insgesamt 1,2 Milliarden Euro teuren Korvetten machen der Marine seit Jahren Probleme: Getriebe, Klimatechnik und Teile der Software mussten ausgetauscht werden. Zudem wurden nach einem Unfall im Nord-Ostsee-Kanal Bugstrahlruder nachgerüstet. Ebenfalls nicht optimal: die Sicht von der Brücke. Für die Fahrt durch den Suez-Kanal installierte Scheinwerfer behinderten die Schiffsführung, für Maschinengewehre sei zu wenig Platz. Zudem waren die Schiffe wegen giftiger Dämpfe in den Maschinenräumen in die Kritik geraten.

Die Korvetten wurden als Ersatz für die überalterten Schnellboote entworfen. Sie sollen die Möglichkeiten im weltweiten Einsatz erweitern. Ursprünglich waren 15 Schiffe geplant, wovon aber wegen knapper Kassen nur fünf beschafft werden. Ziel war, dass sie bis zum Jahre 2007 einsatzbereit sind. Das letzte Schiff — die „Ludwigshafen am Rhein“ — wurde jedoch erst im März 2013 in Dienst gestellt. Neben der „Magdeburg“ und der „Ludwigshafen“ sind auch die „Braunschweig“ , die „Erfurt“ und die „Oldenburg“ in Hohe Düne stationiert.

Teure High-Tech-Waffen
Mit den RBS 15 genannten Raketen lassen sich Ziele auf See und an Land bekämpfen. Sie eignen sich auch, um Leitstellen und Kommandozentralen weit im Landesinneren auszuschalten.

Die Raketen besitzen aktive Radarsucher und GPS-Systeme. Während des Fluges können Navigationsbefehle von der Startplattform zum Flugkörper gesendet werden. Kurs und Flughöhe können mehrfach verändert werden, auch Ausweichmanöver sind möglich. Jede Rakete kostet etwa eine Million Euro.

 

Thomas Luczak

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