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MV aktuell Holperschwellen auf A-20-Brücke: Autofahrer fordert Schadensersatz
Nachrichten MV aktuell Holperschwellen auf A-20-Brücke: Autofahrer fordert Schadensersatz
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20:34 12.02.2019
Radkappen säumen den Bereich der Behelfsbrücke der Autobahn 20 bei Tribsees. Quelle: JULIANE SCHULTZ
Langsdorf

Die Behelfsbrücke über dem A-20-Loch entwickelt sich zur Müllhalde: Wegen der holprigen Schwellen zwischen Brückenelementen verlieren Autos immer wieder Teile. Allein Dienstagmorgen lagen gleich fünf Radkappen am Straßenrand. Dazu diverse Kleinteile aus Gummi und Plastik sowie ein Hemmschuh. Das gleiche Bild bot die Böschung: Von Fahrzeugen abgefallene Gegenstände, wohin man schaute.

Welle von Schadenersatzforderungen

„Ja, es liegen wirklich viele Radkappen auf der Brücke“, bestätigt Ronald Normann vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr MV. „Zweimal wöchentlich kontrollieren wir die Strecke und sammeln alles ein. Auch die Polizei räumt schon einmal was zur Seite.“ Im Januar habe ihn eine regelrechte Welle mit Schadensersatzforderungen von Autofahrern erreicht. Das Verkehrsministerium bestätigt einen Fall, der derzeit geprüft werde.

Der Sachverständige René Schmidt vom Kfz-Gutachter-Büro „Natzius“ in Rostock ist überzeugt, dass die Brücke das Ablösen der Teile verursacht. „Die Radkappen sind mit nur Klemmverbindungen am Auto befestigt. Durch die Erschütterungen an den Dehnungsfugen zwischen den Brückensegmenten lösen sie sich“, sagt er. Kleines Gerüttel reiche dafür nicht: „Sie fallen nur bei derben Schlägen ab – in der Stadt liegen schließlich auch nicht überall Radkappen herum.“ Bei den 60 km/h, die auf der Brücke erlaubt sind, sollte man fahren können, ohne dass Schäden entstehen.

Die Behelfsbrücke über den inzwischen verschwundenen Krater an der A 20 bei Tribsees ist in Betrieb. Für die OZ eine gute Gelegenheit, zurückzuschauen.

Besonders problematisch sieht René Schmidt den Hemmschuh am Straßenrand. „So ein Hemmschuh könnte – ungünstig getroffen – die Achse eines Pkw beschädigen. Auch Reifen könnten Schaden nehmen“, schätzt der Fachmann ein. Diese Keile werden verwendet, um Fahrzeuge am Wegrollen zu hindern. Lkw müssen diese stets mitführen.

Nachbesserungen geplant

Und noch eine Beobachtung beschäftigt Autofahrer: Einige Schwellen zwischen den Segmenten der Brücke scheinen sich anzuheben. Ronald Normann vom Landesamt für Straßenbau bestätigt das jedoch nicht. „Ich weiß, welche Stelle gemeint ist, aber das täuscht. Wir haben eine Messung der Ebenheit durchgeführt und die Werte vor kurzem verglichen.“ Weder sei die Schwelle hochgekommen noch habe sich die Straße gesenkt. Es gebe aber Unebenheiten, mit denen er unzufrieden sei. „Wir überlegen noch, wie wir das entschärfen. Die Lösung muss dem hohen Verkehrsaufkommen an der Stelle ja auch gewachsen sein.“ Grundsätzlich sieht Normann die Schäden an den Fahrzeugen auch durch das Überschreiten der zulässigen Geschwindigkeit verursacht.

„Vor der Brücke, in Richtung Lübeck, blitzt es pro Woche 600-mal, in Richtung Stettin 200- bis 250-mal“, sagt Olaf Manzke, Sprecher des Landkreises Vorpommern-Rügen. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum blitzte es auf der früheren Umleitungsstrecke durch Langsdorf etwa 2 100-mal- „Es liegt aber alles im Verwarngeldbereich. Die Leute fahren maximal 20 km/h zu viel.“ Manzke spekuliert, nicht ganz ernst gemeint: „Vielleicht sind das Ortsunkundige, die die Brücke noch nicht kennen.“

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Juliane Schultz

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