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Holperstart für die Fähre „Berlin“

Rostock Holperstart für die Fähre „Berlin“

Liegezeiten im Hafen sind länger als geplant / Probleme mit der Rostocker Laderampe / Krängungsanlage ist zu klein

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Holperstart für die Scandlines-Fähre „Berlin“

Die neue Scandlines-Fähre „Berlin“ bleibt auch nach ihrer Indienststellung vom Pech verfolgt.

Quelle: Frank Söllner

Rostock. Die neue Scandlines-Fähre „Berlin“ hat offenbar noch mit Kinderkrankheiten zu kämpfen. Wegen diverser Probleme kommt es auf der Strecke Rostock-Gedser zu Verspätungen. Drei Hin- und Rückfahrten mussten komplett abgesagt werden. Damit bleibt das Pech der Fähre auch nach der Indienststellung am 23. Mai treu, die sich zuvor über Jahre verzögert hatte.

Eins der Probleme ist die Laderampe im Rostocker Seehafen, die extra für die „Berlin“ und ihr noch nicht in Dienst gestelltes Schwesterschiff „Copenhagen“ umgebaut wurde. Sie sollte eigentlich von Lkw und Autos auf zwei Ebenen gleichzeitig befahren werden können. Doch es gebe noch Anpassungsprobleme, sagt Scandlines-Sprecherin Anette Ustrup Svendsen. „Die Probleme werden jedoch nach und nach gelöst“, verspricht sie, ohne einen konkreten Zeitpunkt zu nennen.

Die Rostocker Hafen-Entwicklungsgesellschaft Hero sieht das nicht so dramatisch: „Die Anlagen laufen nahezu fehlerfrei. Die Abfertigung dauert im Regelfall nicht länger als 15 Minuten“, sagt Clas Wittor. Es gebe hin und wieder kleinere Fehlermeldungen, die aber schnell behoben werden könnten. Die Startschwierigkeiten aber habe man schneller überwunden als gedacht, sagt Wittor. Der zweite Knackpunkt ist die Krängungsanlage der Fähre. Sie soll dafür sorgen, dass sich das Schiff beim Wenden nicht zu sehr auf die Seite legt. „Die Anlage ist zu klein dimensioniert, was zu Problemen mit der Reaktionszeit führt“, erklärt Svendsen. Sie soll nun von einem deutschen Unterlieferanten „schnellstmöglich“ bei laufendem Betrieb nachgebessert werden. Ein erneuter Werftaufenthalt werde „auf keinen Fall“ nötig, versichert Svendsen. Und schließlich gebe es wohl auch noch Anfangsschwierigkeiten bei den Crews im Umgang mit der „Berlin“: „Sowohl die Besatzung als auch die Terminalmitarbeiter müssen sich an die neuen Gegebenheiten gewöhnen und sich mit der neuen Fähre vertraut machen“, sagt die Sprecherin.

All dies führt dazu, dass die geplante Liegezeit in den Häfen bislang nicht eingehalten werden kann. „In den ersten Tagen war es noch fast eine Stunde, jetzt sind wir bei einer halben Stunde“, sagt Svendsen. Erhofft hatte sich Scandlines allerdings 15 Minuten. Diese Verzögerungen stellen den Fahrplan auf den Kopf. Drei Hin- und Rückfahrten über die Ostsee mussten wegen technischer Probleme sogar komplett gestrichen werden.

Scandlines gibt sich aber optimistisch: „Wir bauen von Tag zu Tag Verspätung ab und sind darum in der Lage, den Fahrplan mehr und mehr einzuhalten.“, sagt Svendsen. Sie betont die Vorzüge der neuen Fähre: „Das Schiff ist äußerst geräuscharm.   Unsere Kunden sind außerordentlich zufrieden mit den neuen Gegebenheiten.“ Bei erheblichen Verspätungen oder Ausfällen würden Passagiere gemäß

der EU-Regeln, wie sie auch für Bahn und Flugzeuge gelten, entschädigt.

Axel Büssem und Antje Bernstein

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