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Horrorcrash durch Aquaplaning? Experten suchen Unfallursache

Bützow Horrorcrash durch Aquaplaning? Experten suchen Unfallursache

Ermittlungen zur Kollision mit drei Todesopfern nahe Bützow dauern an. Viele Fahrer unterschätzen die Gefahr auf regennassen Straßen, warnt der ADAC.

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Beim Unfall nahe Bützow starben drei Menschen. Ein Auto war am Ende einer Kurve in den Gegenverkehr geraten.

Quelle: Bernd Wüstneck/dpa

Bützow. Nach dem tragischen Autounfall bei Langen Trechow nahe Bützow (Landkreis Rostock), bei dem am Mittwoch drei Menschen starben, dauern die Ermittlungen zur Unfallursache weiter an. Bis Ergebnisse vorliegen, könne es noch mehrere Tage dauern, sagt Polizeisprecherin Kristin Hartfil. Beim bislang landesweit schwersten Unfall des Jahres war ein 18-jähriger Autofahrer aus Zittau (Sachsen) mit einem entgegenkommenden Renault kollidiert. Der junge Mann, seine gleichaltrige Partnerin und eine 72-jährige Frau aus dem zweiten Auto starben. Ein 73-jähriger Mann und seine beiden Töchter (53 und 46 Jahre) wurden schwer verletzt. Zwei von ihnen schwebten in Lebensgefahr. Wie es ihnen mittlerweile geht, konnte die Polizei gestern nicht sagen.

Warum der 18-Jährige die Kontrolle über seinen Wagen verlor, ist unklar. Auf der Strecke sind laut Polizei 100 km/h zugelassen. Kurz vor dem Unfall hatte es geregnet. Es sei nicht auszuschließen, dass Wasserglätte (Aquaplaning) eine Rolle gespielt haben könnte. „Die Fahrbahn war feucht, aber das Wasser stand nicht wie etwa am Mittwoch auf der A 20“, sagt Polizeisprecherin Hartfil. Auf der Autobahn nahe der Abfahrt Kröpelin waren bei Starkregen 13 Autos ineinandergefahren. Verletzt wurde niemand.

Durch Aquaplaning kommt es immer wieder zu schweren Unfällen. Die Gefahren regennasser Straßen würden oftmals unterschätzt, sagt der ADAC. „Es ist wie Surfen auf der Straße, allerdings mit komplettem Kontrollverlust“, verdeutlicht Christian Hieff vom ADAC Hansa. Beim Aquaplaning ist das Wasser auf der Straße so hoch, dass es sich wie ein Keil unter die Reifen schiebt. Sie können keine Lenk- und Bremskräfte mehr übertragen. Das Auto verliert den Kontakt zur Fahrbahn und schwimmt auf einem Film.

Je schneller ein Fahrzeug unterwegs ist, desto höher ist die Gefahr des Aquaplanings. Aber auch bei Tempo 80 könne es gefährlich werden, warnt Hieff. Denn auch die Fahrbahnbeschaffenheit und das Auto selbst seien wichtige Faktoren. Je schlechter der Wasserabfluss und der Belag der Straße, desto größer das Risiko, dass Autos bei Regen ins Schlingern geraten. In Senken und Spurrillen sammelt sich besonders viel Wasser. Je mehr davon auf der Fahrbahn steht, desto rutschiger ist es. Auch auf die Fahrzeugreifen komme es an, sagt Hieff. Eine geringe Profiltiefe oder zu wenig Luftdruck erhöhen das Risiko. „Autofahrer sollten den Luftdruck bei jedem zweiten Tankstopp überprüfen. Die Reifen mit dem besseren Profil gehören auf die hintere Achse.“ So breche der Wagen nicht so schnell aus. Die Profiltiefe sollte bestenfalls größer als vier Milimeter sein.

Wer ins Schlingern gerät, dürfe nicht in Panik geraten. „Auf keinen Fall hektisch lenken oder bremsen, sondern Fuß vom Gas, auskuppeln und das Lenkrad gerade halten, bis die Reifen wieder Kontakt zur Straße haben“, rät Hieff. ABS, ESP und Allrad-Antrieb schützen nicht vor Aquaplaning. „Das ist ein Irrglaube.“ Auch Motorradfahrer seien nicht gefeit. „Allerdings sind Motorradunfälle durch Aquaplaning seltener.“ Grund: Zweiräder haben schmalere Reifen mit runderem Querschnitt. „Außerdem fahren die meisten Motorradfahrer schon aufgrund der schlechten Sicht bei Regen langsamer.“

So erkennen Autofahrer die Gefahr
Dass Aquaplaning droht, können Autofahrer zum Beispiel daran erkennen, dass Reifenspuren des vorausfahrenden Fahrzeugs bereits nach wenigen Metern verschwinden oder das Wasser besonders laut gegen den Fahrzeugboden spritzt, sagt der Auto Club Europa (ACE). Lasse sich das Lenkrad ungewöhnlich leicht drehen und reagiert das Auto nicht mehr auf die Steuerung, schwimme das Fahrzeug bereits auf dem Wasserfilm. Auch eine plötzlich ansteigende Motordrehzahl weise darauf hin. Bei Fahrzeugen mit Frontantrieb seien außerdem leichte Schläge auf das Lenkrad zu spüren, wenn die Reifen von der Wasserschicht wieder auf die Fahrbahn gleiten.

 



Antje Bernstein

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Auf einer Landesstraße bei Langen Trechow im Kreis Rostock Land wird ein Auto geborgen, das an einem schweren Unfall beteiligt war.

Ein 18-Jähriger aus Zittau (Sachsen) hatte nahe Bützow die Kontrolle über seinen Wagen verloren. Nach Angaben der Polizei war die L 11 zum Unfallzeitpunkt nass.

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