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MV aktuell Hotel oder Turnhalle: Chaos bei Umzügen von Flüchtlingen
Nachrichten MV aktuell Hotel oder Turnhalle: Chaos bei Umzügen von Flüchtlingen
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13:55 27.02.2016
In Bergen auf der Insel Rügen ziehen Flüchtling in ein früheres Hotel. Quelle: Uwe Driest
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Schwerin

Wohin mit den Flüchtlingen? Viele Notunterkünfte werden dicht gemacht, hunderte anerkannte Asylbewerber finden keine Wohnungen. Die Landkreise und kreisfreien Städte weichen deshalb verstärkt auf Hallen, ehemalige Wohnheime und Hotels aus. Doch auch dort wird der Platz knapp.

„Viele Flüchtlinge landen in der Obdachlosigkeit“, warnt Ulrike Seemann-Katz vom Flüchtlingsrat MV. Denn werden sie offiziell als Asylbewerber anerkannt, fallen sie unter das Sozialleistungsgesetz. Das heißt, sie müssen bei den Jobcentern Harz-IV beantragen und sich selber Wohnungen suchen.

16 204 Flüchtlinge warten in MV zurzeit auf ihre Anerkennung. 6971 haben den Titel schon. Viele von ihnen leben weiterhin in Gemeinschaftsunterkünften, weil sie keine Wohnungen finden. „Vermieter lehnen Flüchtlinge ab, um Konflikte zu vermeiden oder weil sie nur deutsche Mieter haben wollen“, sagt Ulrike Seemann-Katz vom Flüchtlingsrat MV. Ein weiteres Problem bei der Wohnungssuche seien mangelnde Deutschkenntnisse. Und: „Nach der dritten Absage geben viele Flüchtlinge auf.“

Die Wohnungssuche wird sich in den kommenden Wochen weiter verschärfen. Saisonarbeiter- und Urlaubsunterkünfte, die die Kreise im Winter nutzen konnten, müssen geräumt werden. In Bergen auf Rügen sind Flüchtlinge aus verschiedenen Jugendherbergen in ein altes Hotel gezogen. Hinzu kommt, dass in den Städten kaum noch bezahlbarer Wohnraum zu finden ist. In Rostock geht die Kapazität der dezentralen Unterbringung gegen Null. Die Stadt nutzt deshalb Schulgebäude und ein Hotel als Unterkünfte.



Schroeder, Kerstin

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