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MV aktuell Hotel oder Turnhalle: Chaos bei Umzügen von Flüchtlingen in MV
Nachrichten MV aktuell Hotel oder Turnhalle: Chaos bei Umzügen von Flüchtlingen in MV
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10:27 27.02.2016
Ulrike SeemannKatz (Grüne) Quelle: Cornelius Kettler

Wohin mit den Flüchtlingen? Viele Notunterkünfte werden dichtgemacht, Hunderte anerkannte Asylbewerber in Mecklenburg-Vorpommern finden keine Wohnungen. Die Landkreise und kreisfreien Städte weichen daher verstärkt auf Hallen, ehemalige Wohnheime und Hotels aus. Doch auch dort wird der Platz knapp.

„Viele Flüchtlinge landen in der Obdachlosigkeit“, warnt Ulrike Seemann-Katz vom Flüchtlingsrat MV. Denn werden sie offiziell als Asylbewerber anerkannt, fallen sie unter das Sozialleistungsgesetz. Heißt: Sie müssen bei den Jobcentern Hartz IV beantragen und sich selber Wohnungen suchen. „Man muss sich dann kümmern, egal ob man aus Sassnitz oder Syrien kommt“, betont Olaf Manzke, Pressesprecher vom Landkreis Vorpommern- Rügen. In Tribsees hatten sich am Donnerstag 25 Syrer geweigert, in eine notdürftig mit Feldbetten ausgestattete Halle zu ziehen. Die jungen Männer waren zuvor in Jugendherbergen untergebracht (die OZ berichtete). Wie Manzke ergänzt, seien sie alle anerkannte Asylbewerber und darüber vor Wochen informiert worden. Um zu verhindern, „dass sie obdachlos werden“, seien sie zu dieser Notunterkunft gefahren worden. „Ihnen sind zuvor Wohnungen angeboten worden“, berichtet Gero Grabowski, der beim Arbeiter-Samariter-Bund die Flüchtlingsunterkünfte organisiert. Die Syrer hätten die Wohnungen nicht angenommen, weil sie MV verlassen wollen. Etwa ein Drittel der Flüchtlinge will das, dafür müssen sie anerkannt werden und das entsprechende Dokument in den Händen halten. Das haben die Syrer noch nicht.

16204 Flüchtlinge warten in MV zurzeit auf ihre Anerkennung. 6971 haben den Titel schon. Viele von ihnen leben weiterhin in Gemeinschaftsunterkünften, weil sie keine Wohnungen finden. „Vermieter lehnen Flüchtlinge ab, um Konflikte zu vermeiden oder weil sie nur deutsche Mieter haben wollen“, sagt Ulrike Seemann-Katz. Ein weiteres Problem bei der Wohnungssuche seien mangelnde Deutschkenntnisse. Und: „Nach der dritten Absage geben viele Flüchtlinge auf.“

Die Wohnungssuche wird sich weiter verschärfen. Saisonarbeiter- und Ferienunterkünfte, die die Kreise im Winter nutzen konnten, müssen geräumt werden. In Bergen auf Rügen sind Flüchtlinge aus verschiedenen Jugendherbergen in ein altes Hotel am Markt gezogen. Hinzu kommt, dass in den Städten kaum noch bezahlbarer Wohnraum zu finden ist. In Rostock geht die Kapazität der dezentralen Unterbringung gegen null. Die Stadt nutzt Schulen und ein Hotel als Unterkünfte. Probleme, dass sich Flüchtlinge weigern, dort einzuziehen, gab es bisher nicht. Im Kreis Rostock schon. In den meisten Fällen hätten Sozialbetreuer Überzeugungsarbeit leisten können, sagt ein Sprecher. Laut Sozialministerium gibt es pro Landkreis und kreisfreier Stadt mindestens zwei Betreuer, die die Flüchtlinge bei Behördengängen und der Wohnungssuche unterstützen.

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