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MV aktuell Hotellerie in MV droht Existenz- und Preiskampf
Nachrichten MV aktuell Hotellerie in MV droht Existenz- und Preiskampf
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04:50 11.03.2013
Matthias Dettmann, Dehoga MV

Immer mehr Betten trotz Überkapazitäten: Der Hotellerie in Mecklenburg-Vorpommern droht ein knallharter Existenz- und Preiskampf. Ob in Warnemünde, Rostock oder Binz auf der Insel Rügen: Überall eröffnen in diesem Frühjahr neue Hotels. „Dabei gibt es schon jetzt zu viele Betten im Land. Das Ende der Fahnenstange ist längst erreicht“, warnt Ernst Heinemann, Vorsitzender des Tourismusverbands Rügen.

Heinemann ist mit seiner Meinung nicht allein. Auch Tobias Woitendorf, Sprecher des Tourismusverbands Mecklenburg-Vorpommern, erklärt, noch mehr Betriebe würden sich auf die bestehenden negativ auswirken.

„Der Verdrängungswettbewerb wird immer stärker. Wer überleben will, muss Nischen besetzen“, ergänzt Matthias Dettmann, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) MV.

Dettmann sieht schon jetzt die Tendenz, dass immer mehr erstklassige Qualität billig angeboten wird, damit Hoteliers ihre Zimmer auslasten.

Nach Angaben von Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) verfügt die Hotellerie im Nordosten zurzeit über 87 126 Betten. Die Auslastung verharre seit Jahren bei knapp 42 Prozent. Bereits 2010 zog sich deshalb das Land aus der Förderung zusätzlicher Bettenkapazitäten zurück. „Die Zeit des Bettenwachstums in Mecklenburg-Vorpommern ist im Wesentlichen abgeschlossen. Im Fokus steht mehr das Thema Qualität für unser Land statt Quantität“, betont Glawe. Nach Angaben Dettmanns ist MV aber schon jetzt deutscher Marktführer im Vier-Sterne-Bereich. 50 Prozent aller Hotels im Land lägen im gehobenen Segment.

Gebaut wird trotzdem allerorten. In Warnemünde pflanzt der Rostocker Großreeder Horst Rahe ein neues Wellnesshotel an die Strandpromenade. Etwa 400 Gästen soll das a-ja Resort Platz bieten. In Rostock eröffnet im Sommer das Design-Hotel Motel One mit ebenfalls 400 neuen Betten. In Kühlungsborn ging erst kürzlich das Morada Hotel mit 413 neuen Zimmern an den Start. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Alteingesessene Hoteliers sehen diese Entwicklung mit Sorge. „Die Grenze ist erreicht. Es kommt unvermeidlich zu einer Verschärfung der Wettbewerbssituation. Wer in der Qualität nur ein wenig abfällt, ist weg. Der Kunde wird das nicht akzeptieren“, sagt Benjamin Weiß, Inhaber des Rostocker Trihotels (400 Betten).

Selbst das Wirtschaftsministerium wagt keine Prognose darüber, welche Betriebe den knallharten Wettbewerb überleben. Die Kapazitäten würden durch die Nutzungs- und Bebauungspläne der jeweiligen Kommunen vorgegeben. „Bei a-ja handelt es sich um ein deutschlandweit in der Branche vielbeachtetes neues Konzept, dem Chancen eingeräumt werden. Ob es sich am Markt behaupten wird, muss sich aber zeigen“, erklärt ein Sprecher Glawes.

ITB-Bilanz: Tourismusverband MV optimistisch
Zum Abschluss der internationalen Tourismusmesse ITB in Berlin haben sich Branchenvertreter aus Mecklenburg-Vorpommern zufrieden gezeigt. Die Tourismuswirtschaft des Landes habe auf der Veranstaltung „alle Kräfte gebündelt“ und geht „gut gerüstet in die neue Saison“, sagte gestern der Landesgeschäftsführer des Tourismusverbandes, Bernd Fischer. Der öffentliche Zuspruch, den die Aussteller auf der ITB erfahren hätten, lasse „optimistisch in die Zukunft blicken“.

Mecklenburg-Vorpommern war mit einer 500 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche auf der weltweit größten Reisemesse vertreten.

Von Mittwoch bis Sonntag präsentierten sich dort nach Veranstalterangaben insgesamt 10 086 Aussteller aus 188 Ländern auf dem voll belegten Gelände unter dem Berliner Funkturm. Die Zahl der Aussteller ging um rund 550 zurück. 2012 waren 187 Länder in Berlin präsent.

Mit rund 110 000 Fachbesuchern wurden insgesamt etwa 3000 weniger als im Vorjahr gezählt, so die Messe Berlin. 43 Prozent der Experten seien aus dem Ausland gekommen.

Jörg Köpke

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