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Hunderte Menschen über Nacht ohne Strom

Nach Sturmtief „Xavier“ Hunderte Menschen über Nacht ohne Strom

Der Energieversorger Wemag arbeitet an der Beseitigung der Störungen. Auch im Bahnverkehr gibt es weiter Beeinträchtigungen.

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Nach stundenlangem Dauerregen am Donnerstag musste die Polizei eine überflutete Straße im Rostocker Stadtteil Gehlsdorf sperren

Quelle: Bernd Wüstneck

Ludwigslust/Schwerin/Boizenburg/Stralsund/Rostock. Sturmtief „Xavier“ wird vielen Menschen im Nordosten in sehr schlechter Erinnerung bleiben: In Westmecklenburg waren am späten Abend noch rund 700 Kunden ohne Strom – auch über Nacht. Betroffen waren nach Angaben des Versorgers Wemag vor allem das Umland von Hagenow sowie die brandenburgische Prignitz südlich der Bundesländer-Grenze. Dort seien mehrere, zum Teil sehr große Bäume in die Leitungen gefallen, sagte eine Sprecherin des Energieversorgers Wemag. Die Reparaturarbeiten gestalteten sich schwierig. Kuhrau ging davon aus, dass mehr als 1000 Kunden auch am Abend nicht wieder am Netz sein würden.

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Der Energieversorger Wemag arbeitet an der Beseitigung der Störungen. Auch im Bahnverkehr gibt es weiter Beeinträchtigungen.

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Unmittelbar nach dem Sturm waren 35 000 Kunden von dem Stromausfall betroffen gewesen. Alle verfügbaren Kräfte seien im Einsatz, auch das Technische Hilfswerk und die benachbarten Stadtwerke, sagte die Sprecherin. Die Wemag habe einen Krisenstab eingerichtet. „Aufgrund der Schwere des Ausmaßes bitten wir unsere Kunden um Verständnis.“

Umgestürzte Bäume erschweren Reparaturarbeiten

Im Umland von Hagenow und in der brandenburgischen Prignitz an der Bundesländer-Grenze sei das Schadensbild weiter angespannt, hieß es. Probleme gebe es in den und um die Ortschaften Glöwen, Steesow, Lübzow, Boberow, Bentwisch-Lenzen, Eldena, Glaisin, Redefin, Lübtheen, Jessen, Jabel, Tewswoos, Laave und Banzin. Dort seien mehrere, zum Teil sehr große Bäume in die Leitungen gefallen.

Die Reparaturarbeiten würden durch Regen und umgestürzte Bäume auf den Wegen zum Teil massiv beeinträchtigt. Alle verfügbaren Kräfte seien im Einsatz, auch das Technische Hilfswerk und die benachbarten Stadtwerke. Die Wemag habe einen Krisenstab eingerichtet. „Aufgrund der Schwere des Ausmaßes bitten wir unsere Kunden um Verständnis“, sagte Unternehmenssprecherin Diana Kuhrau.

Störungen im Bahnverkehr

Noch 24 Stunden nach dem Unwetter waren am Freitag wichtige Bahnstrecken in Mecklenburg-Vorpommern unpassierbar. Gesperrt waren am Freitagnachmittag noch die Fernbahnstrecke Hamburg - Ludwigslust - Berlin sowie im Nordosten die Nahverkehrsstrecken Hamburg - Schwerin , Schwerin - Ludwigslust , Neubrandenburg - Stettin sowie Neubrandenburg - Neustrelitz - Berlin , wie ein Sprecher der Deutschen Bahn in Berlin sagte. Bäume waren während des Sturms auf die Gleise gestürzt und hatten teilweise auch die Oberleitungen mit sich gerissen.

Immerhin gelang es im Lauf des Tages, die Züge zwischen Rostock und Schwerin , Rostock und Neustrelitz sowie Rostock und Stralsund wieder fahren zu lassen. Auch die Rostocker S-Bahn war wieder in Betrieb. Die Bahn hatte wegen Sturmtief „Xavier“ den Bahnverkehr im gesamten Norden am Donnerstag eingestellt.

Mindestens ein Todesopfer in MV

Das Sturmtief hatte am Donnerstag mindestens sieben Menschen in Deutschland das Leben gekostet. In Mecklenburg-Vorpommern forderte das Unwetter mindestens ein Todesopfer. Auf der B 191 bei Karstädt (Landkreis Ludwigslust-Parchim) war ein Baum auf einen Lastwagen gestürzt und hatte den Fahrer erschlagen. Zwischen Klein Vielen und Liepe im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte starb ein Mann, nach NDR-Informationen an einem Herzinfarkt, als ein Baum vor seinem Auto auf die Straße stürzte. Eine Polizeisprecherin bestätigte den Todesfall, konnte aber nicht sagen, ob ein Zusammenhang mit Sturm „Xavier“ besteht.

Schlosspark Ludwigslust gesperrt

Mecklenburg-Vorpommerns größter Landschaftspark, der 120 Hektar große Schlosspark Ludwigslust , wurde nach schweren Sturmschäden für das ganze Wochenende gesperrt. „Xavier“ habe zahlreiche Bäume entwurzelt, sagte eine Sprecherin des zuständigen Landesbetriebs für Bau und Liegenschaften am Freitag. Wege seien durch abgeknickte Äste blockiert. „Die Aufräumarbeiten sind in vollem Gang, die Gefahren jedoch noch nicht gebannt.“ Es bestehe immer noch die Möglichkeit, dass sich abgebrochene Äste aus den Kronen lösen und herabstürzen. Ziel sei es, die zentrale Hofdamenallee als wichtige innerstädtische Wegeverbindung am Nachmittag wieder freizugeben.

Die Müritz-Elde-Wasserstraße und die Störwasserstraße wurden für den Schiffsverkehr gesperrt. Eine 121 Kilometer lange Flussstrecke von Dömitz bis Plau war betroffen. Die Sperrung schließe auch den gesamten Schweriner Innen- und Außensee ein, inklusive aller Nebengewässer des Schweriner Sees, teilte die Wasserschutzpolizei mit. Zahlreiche umgestürzte Bäume lägen als Hindernisse im Fahrwasser. Auf dem Schweriner See seien Schilder für den Schiffsverkehr abgetrieben worden. An Schleusen und Brücken gebe es Probleme mit Strom- und Telekommunikationsverbindungen.

Glücklich endete eine Reise für die rund 200 Fahrgäste eines Eurocity von Prag nach Hamburg , der auf freier Strecke nahe Pritzier (Landkreis Ludwigslust-Parchim) liegen geblieben war. Nach stundenlangem Ausharren in dem Zug brachten Bahnmitarbeiter und Feuerwehrleute einen Teil der Gestrandeten in ein Gasthaus in Pritzier, andere in eine Ludwigsluster Turnhalle. Nach Mitternacht wurden sie mit Bussen nach Hamburg gefahren.

OZ

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