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Hunderte neue Jobs: Autozulieferer in MV auf Wachstumskurs

Rostock Hunderte neue Jobs: Autozulieferer in MV auf Wachstumskurs

Der weltweite Autoboom beschert den Firmen im Nordosten volle Auftragsbücher / Branchen-Netzwerk hat Erfolg mit Forschung

Rostock. Die Zulieferer in MV profitieren vom Auto-Boom. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres stiegen Beschäftigung und Umsatz um rund zwei Prozent. Damit setzt sich der positive Trend der letzten Jahre fort: Seit 2010 wuchs das Geschäft um 18 Prozent, die Zahl der Jobs um 15 Prozent. „Der Branche geht es gut“, konstatiert Andreas Vietinghoff, Chef des Branchennetzwerks Automotive-MV, das am Mittwoch sein zehnjähriges Bestehen feiert.

„Deutsche Autos werden weltweit gut verkauft und die deutschen Hersteller sind unsere wichtigsten Abnehmer“, erklärt Vietinghoff. Automotive-MV hat 20 Mitglieder mit insgesamt 5000 Mitarbeitern und 1,5 Milliarden Euro Umsatz. Der Erfolg der Branche im Land sei kein Zufall, meint Vietinghoff: „Die Unternehmen sind technologisch weit entwickelt und haben hohe Qualitätsstandards bei Präzision und Sicherheit.“ Durch Alleinstellungsmerkmale könnten einige Firmen Marktnischen besetzen und seien sogar Weltmarktführer auf ihrem Gebiet. Dazu zählt unter anderem Webasto: Am Standort Neubrandenburg entwickelt und baut Webasto Heizungssysteme. „2016 konnten wir die Produktion bislang um fünf Prozent steigern“, sagt Geschäftsführer Andreas Dikow. Vor allem die neue Heizung für Elektro- und Hybridfahrzeuge sei gut angelaufen. „Wir werden in diesem und auch im nächsten Jahr in Neubrandenburg rund fünf Millionen Euro investieren“, kündigt Dikow an. Dadurch entstünden auch neue Arbeitsplätze.

Auch der Airbag-Hersteller ZF TRW macht in Laage (Landkreis Rostock) gute Geschäfte: „Derzeit liegen wir drei bis fünf Prozent über dem Vorjahr und auch über den Erwartungen“, sagt Werkleiter Stephan Gappa. Größter Abnehmer von ZF TRW, die in Laage Gasgeneratoren für Airbags fertigen, ist VW. „Der Abgasskandal hat uns nicht getroffen“, sagt Gappa. Rückgänge von VW auf dem US-Markt könnten in anderen Bereichen kompensiert werden.

Der Erfolg hänge zwar mit der guten Entwicklung auf dem Automarkt zusammen, sei aber kein Selbstläufer, betont Gappa: „Man muss immer wettbewerbsfähig bleiben und die richtigen Produkte anbieten.“

Den 665 Mitarbeitern in Laage kommt das zugute: Gerade erst hat ZF TRW erstmals einen Haustarifvertrag abgeschlossen.

Damit die Unternehmen auch künftig die richtigen Produkte anbieten können, setzt Automotive-MV verstärkt auf Forschung und Entwicklung bei seinen Mitgliedern. Dafür sei eigens ein Technologie- und Innovationsberater eingestellt worden, sagt Vietinghoff. „Die individuelle Mobilität wird in 20 Jahren ganz anders aussehen als heute“, betont der Netzwerkmanager. Autonomes Fahren, Elektroantrieb und Schadstoffreduzierung würden die Branche umkrempeln. „Ich bin mir sicher, unsere Unternehmen werden bei diesem Umbruch ihren Mann stehen.“

Axel Büssem

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