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IS-Verdacht: Polizei nimmt Syrer in Vorpommern fest

Greifswald IS-Verdacht: Polizei nimmt Syrer in Vorpommern fest

Akram A. soll in dem Bürgerkriegsland einen Kontrollposten der Terror-Miliz befehligt und Kriegsverbrechen begangen haben. Er wohnte in Greifswald.

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Der Verdächtige wohnte offenbar in einer WG eines Hauses im Ernst-Thälmann-Ring in Greifswald.

Quelle: Alexander Salenko

Greifswald. In Greifswald ist am Dienstag ein mutmaßlicher IS-Kriegsverbrecher festgenommen worden. Nach Angaben der Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe soll der 31-jährige Syrer Akram A. vor einem Jahr als Befehlshaber eines IS-Kontrollpostens in Syrien eine Frau vergewaltigt haben.

Die Frau habe Anfang 2016 versucht, zusammen mit ihren Kindern das von der Terrormiliz beherrschte Territorium zu verlassen. Unter dem Vorwand, ihr die notwendige „Ausreiseerlaubnis“ zu verschaffen, soll der Beschuldigte die Frau in ein Haus gelockt und dort vergewaltigt haben. Da das Opfer als Flüchtling unter dem besonderen Schutz des Völkerrechts stand, wird die Tat als Kriegsverbrechen verfolgt. Zudem wird Akram A. die Mitgliedschaft im „Islamischen Staat“ und damit in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vorgeworfen.

Der Schweriner Innenminister Lorenz Caffier (CDU) sagte: „Die Festnahme zeigt: Die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern haben die Szene fest im Blick. Wir gehen Hinweisen konsequent nach und bei begründetem Verdacht werden die erforderlichen Schritte auch konsequent eingeleitet und vollzogen.“ Die länderübergreifende Zusammenarbeit habe in diesem Fall sehr gut funktioniert.

Der Haftbefehl wurde bereits am 19. Januar vom Bundesgerichtshof ausgestellt. Am Mittwoch soll Akram A. in Karlsruhe dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden, der darüber entscheiden wird, ob er in Untersuchungshaft kommt. Weitere Angaben machte die Generalbundesanwaltschaft nicht. Auch die Landesbehörden in MV äußerten sich nicht und verwiesen auf die Pressehoheit der Bundesermittler.

So bleibt zunächst unklar, wie es zur Festnahme kam und welche Kräfte dazu eingesetzt wurden. Zeugen berichten allerdings von einem großen Polizeieinsatz im Greifswalder Stadtteil Schönwalde II, wo der Verdächtige nach OZ-Recherchen wohnt. In welcher Haftanstalt der 31-Jährige nun untergebracht ist, wollten die Bundesermittler aus Sicherheitsgründen nicht verraten.

Festnahmen und Haftbedingungen mutmaßlicher Terroristen sind seit dem Selbstmord eines Terrorverdächtigen im Oktober 2016 in Leipzig besonders im Blickpunkt. Damals war ein 22-jähriger Syrer zunächst der Polizei entkommen und erhängte sich später nach der Festnahme in seiner Zelle.

In MV gibt es nach Erkenntnissen von Sicherheitsexperten mehrere IS-Rückkehrer, von denen eine gewisse Gefährdung ausgehen könnte. Nach Angaben des Schweriner Innenministeriums von 2016 sind in MV allerdings keine IS-Aktivitäten bekannt. Im April sorgte der Fund eines verbotenen IS-Symbols in einem Prerower Imbiss für Aufregung. Festnahmen gab es damals nicht.

Axel Büssem und Alexander Salenko

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