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MV aktuell IS-Verdächtiger hat sich über Rheinland-Pfalz nach MV abgesetzt
Nachrichten MV aktuell IS-Verdächtiger hat sich über Rheinland-Pfalz nach MV abgesetzt
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00:01 10.02.2017

Nach der Festnahme des mutmaßlichen Terroristen Akram A. in Greifswald geht der Schweriner Innenminister Lorenz Caffier (CDU) davon aus, dass es in Mecklenburg-Vorpommern weitere sogenannte Gefährder gibt. Auch der Nordosten werde von solchen Personen nicht verschont, erklärte Caffier. Akram A. war am Dienstag in Greifswald festgenommen worden. Der 31-jährige Syrer soll in seiner Heimat der Terrororganisation des sogenannten Islamischen Staats (IS) angehört haben (die OZ berichtete).

Nach Informationen Caffiers liege die Zahl der Gefährder im Nordosten „im unteren einstelligen Bereich“. Als Gefährder gelten radikalisierte Islamisten, die die Terrororganisationen „Islamischer Staat“ oder El Kaida unterstützen und gegebenenfalls auch zu terroristischen Anschlägen in Deutschland bereit sein könnten. Bei der Festnahme hätten die Einsatzkräfte bewiesen, dass sie auch Gefährder, die sich über Landesgrenzen bewegten, im Blick hätten.

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Syrer Akram A. vor, in seiner Heimat an einem IS-Kontrollposten eine Frau auf der Flucht vergewaltigt zu haben. Er habe damit ein Kriegsverbrechen begangen. Zudem wird ihm Mitgliedschaft in der Terrororganisation vorgeworfen.

Akram A. soll in Rheinland-Pfalz eingereist sein, bevor er sich nach Mecklenburg-Vorpommern abgesetzt habe. In Greifswald habe er sich ordnungsgemäß angemeldet. Nach einem Hilfegesuch der Behörden aus Rheinland-Pfalz im Januar wurden die Ermittler in MV aktiv. Der Zugriff sei über das Mobile Eingriffskommando (MEK) des Landes erfolgt, sagte Caffier.

Nach der Festnahme war Akram A. nach Karlsruhe gebracht und dem Ermittlungsrichter vorgeführt worden. Der Richter habe daraufhin Untersuchungshaft angeordnet, erklärte ein Sprecher der Generalsbundesanwaltschaft. Wo der mutmaßliche IS-Terrorist in U-Haft sitzt, wollte der Sprecher nicht sagen. Aus Gründen des Persönlichkeitsrechts gebe es auch keine Informationen zu der Syrerin, die Akram A. vergewaltigt haben soll. Weitere Details sollen demnach erst zur Anklageerhebung nach Abschluss des Ermittlungsverfahrens bekannt werden.

Akram A. soll laut seinem Mitbewohner öfters die Greifswalder Moschee besucht haben. Der Vorsitzende der muslimischen Gemeinde Greifswald, Yasin M., könne dies „nach derzeitigem Kenntnisstand“ nicht bestätigen. Er wehrt sich gegen die Vorwürfe, laut denen an der Moschee fundamentalistische Ideen verbreitet worden seien. „Wir verfolgen einen moderaten, einheitlichen Kurs, der extreme Einstellungen jeder Art verbietet.“ Die Gemeinde biete eine Plattform, auf der sich alle Muslime wiederfinden könnten. Unterschiedliche Strömungen im Islam seien überhaupt kein Thema, denn es gebe festgelegte Riten und Gebräuche, die für alle gelten würden.

Natürlich könne es sein, dass einzelne Mitglieder eine fundamentalistische Glaubensausrichtung verfolgen, doch die Moschee sei ein Ort, der keine Bildung religiöser Untergruppen zulasse. „Wenn neue Mitglieder zu uns kommen, fragen wir nicht nach ihrer Herkunft, machen aber deutlich, wofür unsere Gemeinde steht“, sagt Yasin M.

Die muslimische Gemeinde in Greifswald zählt etwa 140 Mitglieder. Aufgebaut als eine rein studentische Gemeinde vergrößerte sich ihre Mitgliederzahl seit dem Zuzug von Flüchtlingen. Gebetet wird dort auf Deutsch und Arabisch. In MV gibt es drei weitere Moscheen: in Rostock, Wismar und Schwerin. Bei allen handelt es sich jedoch nur um einfache Gebetsräume.

Axel Meyer und Alexander Salenko

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