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„Ich bin ein fahrender Sänger“

Rostock „Ich bin ein fahrender Sänger“

Unter dem Kürzel IC war er in der DDR ein Popstar. Längst heißt der Sänger Falkenberg und kommt jetzt zu drei Konzerten in den Norden.

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Der Sänger Falkenberg, früher bekannt als IC.

Quelle: promo

Rostock. Welche Musik haben Sie eigentlich als Kind gehört?IC Falkenberg: Mit meinem älteren Bruder hab ich viel Zeit vor dem Radio verbracht, wir hörten damals Musik von Frank Zappa, The Doors, Bob Dylan, auch von Hannes Wader.

Hatte das Einfluss auf Ihre Musik? Erst mal nicht. Aber ich hab immer gern und viel gesungen. In unserem Haus in Halle, wo ich aufgewachsen bin, gab es im Erdgeschoss einen Bäcker. Wenn ich von der Schule kam, hab ich im Treppenhaus immer gesungen. Die Bäckersleute haben das gehört und zu meinen Eltern gesagt: Der Junge gehört in einen Chor.

Und so kam es auch?Ich war dann in der Schule in einer Chorklasse. Es gibt ja in Halle einen Stadtsingechor. Als junges Chormitglied stand ich bereits auf der Bühne des Landestheaters.

Und dann kamen die eigenen Songs? Ja, so mit 13, 14. Meine Auftrittsmöglichkeiten waren aber begrenzt, nur besetzte Häuser oder normale Wohnzimmer.

Also war die Musik beruflich noch kein Thema?Nein, ich hab erst mal Instandhaltungsmechaniker gelernt und Bagger und Raupen repariert. Das war eine wichtige Zeit für mich und eine schwere Arbeit, ich war aber auch nicht gut darin. Bei der Armee, wo ich von 1979 bis 1981 war, hab ich dann weiter Songs und Texte geschrieben.

Und immer noch kein Berufssänger?Als ich wieder zurück in Halle war, suchte eine Jazzrockband einen Sänger. Das war eine Profiformation, die hieß Klink. Wenn man in der DDR Sänger in einer Band mit Profistatus war, war man automatisch Profi. Also war ich auch ohne Berufsausweis Berufsmusiker.

Dann wurden Sie Sänger von Stern Meißen. Wie kam das?Ich bin damals, das muss 1983 gewesen sein, bei der Werkstattwoche der Jugendtanzmusik aufgetreten. Das war so eine Art Leistungsschau. Ich hatte dort einen spektakulären Auftritt, dabei haben mich auch Leute vom Jugendradio DT 64 gesehen. Die wussten, dass Stern Meißen krampfhaft nach einem neuen Sänger suchte und haben Bandleader Martin Schreier einen Tipp gegeben. Ich bekam dann eine Telefonnummer und hab irgendwann zurückgerufen.

Und wurden auch genommen.Genau, Stern Meißen war gerade mitten in einem stilistischen Wechsel – vom Artrock weg zu New Wave und moderner Elektronik. Es gab schon ein paar Demos, die hab ich dann eingesungen, eins davon war „Liebesroulette“.

Dann kam der Solo-Erfolg dazu. Ja, ich hab dann zwei Platten mit Stern Meißen aufgenommen, und dafür auch eigene Texte geschrieben. Das hat zu meiner erfolgreichen Solo-LP „Traumarchiv“ geführt, dann unter dem Namen IC.

Warum heißen Sie denn heute nicht mehr IC?Das war das Ergebnis einer Diskussion mit Marketingleuten der neuen Plattenfirma. Die haben etwas Griffiges gesucht, so wie Westernhagen. Ich hab Falkenberg vorgeschlagen, das fanden sie gut. Und ich auch, denn das war nämlich der Mädchenname meiner Mutter.

Sie haben als Falkenberg inzwischen zahlreiche Platten aufgenommen. Wie bezeichnen Sie sich denn heute?Ich bin eigentlich ein fahrender Sänger, ziehe von Ort zu Ort und erzähle Geschichten. So wie es früher schon war.

Live ist Falkenberg zu drei Konzerten im Norden. Stralsund: 21. April, 19.30 Uhr, Remter im Stralsund Museum; Rostock: 22. April, 20 Uhr, Ringelnatz Warnemünde; Ueckermünde: 23. April, 20 Uhr, Kulturspeicher

Thorsten Czarkowski

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