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MV aktuell „Ich will kein großes Aufsehen“
Nachrichten MV aktuell „Ich will kein großes Aufsehen“
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04:27 13.09.2013
So sieht Günther Krause heute aus.
Rostock

Jahrelang suchte er die Nähe der Medien — und sie die seine. Heute, da Günther Krause, DDR-Unterzeichner des deutsch-deutschen Einigungsvertrages 1990 und späterer Bundesverkehrsminister, seinen 60. Geburtstag feiert, hat er allen, die ihn zum Gespräch baten, einen Korb gegeben: „Auch Günther Jauch und Markus Lanz habe ich abgesagt. Ich will um diesen Tag kein besonderes Aufsehen machen.“

Auch deshalb verbringt er sein Jubiläum fern von seinem Wohnort Admannshagen (Landkreis Rostock). Mit Ehefrau Heike Krause-Augustin ist er nach Spanien geflogen, um dort „ganz für uns und in kleinem Kreis“ zu feiern. Nach vielen turbulenten Jahren als Politiker, Unternehmer und im Privatleben ist es ihm heute lieber, ruhiger zu treten. „Schließlich beziehe ich ja auch schon seit einigen Monaten das Ruhegeld als ehemaliger Minister“, kommentiert er dies etwas selbstironisch gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG.

Der in Halle/Saale geborene Krause dürfte seinen Platz in den Geschichtsbüchern sicher haben. Das vor allem wegen seines kometenhaften Aufstiegs zu Wendezeiten, als aus dem promovierten Bad Doberaner Kreisvorsitzenden der DDR-Blockpartei CDU der Vorsitzende des neuen CDU-Landesverbandes wurde und er gleichzeitig zum Parlamentarischen Staatssekretär beim letzten DDR-Ministerpräsidenten Lothar de Maizière aufrückte. Nach der Wiedervereinigung wurde er als Bundesminister für besondere Aufgaben in die Bundesregierung geholt. Am 18. Januar 1991 übernahm er das Ressort des Bundesministers für Verkehr. Doch so schnell, wie die Karriere begonnen hatte, endete sie auch wieder. Schon am 6. Mai 1993 musste er sein Ministeramt, bald darauf auch den Vorsitz der Landes-CDU aufgeben. Zum Verhängnis wurden ihm der Verkauf der ostdeutschen Autobahnraststätten 1990 und die sogenannte Putzfrauenaffäre 1993, bei der seine Ex-Gattin eine Putzhilfe mit staatlichen Geldern finanzierte.

Nach dem Abschied von allen Ämtern gründete Krause eine Firma, die mit dem Bau von „Volkshäusern“ auf sich aufmerksam machte. Doch auch hier währte der Erfolg nicht lange, die Firma musste 2001 Insolvenz anmelden. Trotz wirtschaftlichen Misserfolges und einer Verurteilung, unter anderem wegen Bankrottdelikten, zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten auf Bewährung gilt Krause als Stehaufmännchen. Heute ist er Geschäftsführer eines Unternehmens, das mit einem Projekt Schlagzeilen machte, bei dem aus Biomasse Öl gewonnen werden soll.

Am Firmensitz auf der Insel Kirchmöser bei Brandenburg/Havel erhält Günther Krause hin und wieder Besuch von Kanzlerin Angela Merkel. „Wir tauschen uns gerne bei einem guten Kaffee aus und setzen uns dazu in die Küche. Dort ist es gemütlich und wir haben unsere Ruhe“, beschreibt er, was ihm in seinem Alter wichtig ist.

Werner Geske

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