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Im Netz tobt Debatte um Joachim Gauck

Im Netz tobt Debatte um Joachim Gauck

Die Lesermeinungen reichen von Respekt und Anerkennung bis zu Erleichterung über den Abgang

Berlin/Rostock. Nach fünf Jahren ist Schluss. Joachim Gauck kandidiert nicht für eine zweite Amtszeit als Staatsoberhaupt. Er habe ob seiner „nicht zu garantierenden Energie und Vitalität für weitere fünf Jahre“ den Entschluss gefasst. Wer dem 76-Jährigen in Schloss Bellevue nachfolgt, wird es schwer haben. Gauck gilt als der wohl politischste Bundespräsident seit Richard von Weizsäcker. Er hat sich eingemischt, Kritik geübt. Er zeigte sich emotional, ohne Scheu vor Menschen. Deutschland diskutiert den Rückzug – unsere Leser schließen sich auf der OZ-Facebook-Seite an.

„Sehr schade! Joachim Gauck ist einer der besten Präsidenten, den Deutschland jemals hatte“, meint Eik Deistung . Dennoch könne er den Entschluss nachvollziehen. „Es ist auch eine Entscheidung aus Respekt vor dem Amt, wenn er meint, er könnte nicht mehr die nötige Energie und Vitalität aufbringen. Dass er dann sagt, er trete nicht nochmal an, zeigt, dass er nicht aus falschem Ehrgeiz im Amt bleiben will!“ Cornelia Noether schreibt: „Ich bedauere die Entscheidung. Er hat die Bundesrepublik Deutschland im In-und Ausland super repräsentiert. Er war ein toller Bundespräsident.“

Auch Christiane Deckwer-Behnke ist traurig. „Schade, er war ein guter. Einer, der auch unbequeme Dinge angesprochen und mit seiner Meinung, die ich im Übrigen teile, nicht hinterm Berg gehalten hat.“ Ein sympathischer Mensch sei Gauck, ergänzt Leon Pfister . Unser Leser Ingo Mueller hält es mit den Worten von ZDF-Chefredakteur Peter Frey:

„Gauck war es, der knochige Liberale aus dem Osten, der das Ansehen des Amtes nach zwei unglücklichen, von Merkel ausgewählten Vorgängern wieder hergestellt hat. Orientierung und Anstöße geben, wenn nötig Gefühle zeigen – das vermag Joachim Gauck wie keiner seiner Vorgänger seit Richard von Weizsäcker.“ Danke, sehr gut geschrieben!, betont Mueller.

Viel Lob, aber auch kritische Stimmen fanden Eingang. So schrieb Doreen folgende Sätze: „Gott sei dank. Dann aktiviert sich der Fremdschämmodus nicht mehr, sobald er mit irgendeiner Rede, die weit weg ist von der Realität, im Fernsehen auftaucht.“

Hat ja sein Geld in der Tasche, ist Ronny Herbst überzeugt. „Rund 200000 Euro jährlich für ein paar Jahre Bundespräsident. Wäre ja schön blöd, weiterzumachen. Ich bin der Meinung, Joachim Gauck bekommt eine nicht angemessene Pension, wenn ich sehen muss, dass Menschen, die 40 Jahre gearbeitet haben, mit 800 Euro Rente leben müssen.“ Auch Robert Mehlitz begrüßt den Schritt. „Es ist gut, dass er geht. Er hat es nicht geschafft, seine tiefe Abneigung zu den Russen in Neutralität umzumünzen. Historisch wird er in die Reihe der Politiker eingeordnet werden, die den Boden für einen Bürgerkrieg in Europa geebnet haben.“ Und Axel Klar erklärt, dass er niemanden kenne, der mit Gauck zufrieden gewesen sei.

„Aber angeblich hat er ja einen so großen Zuspruch in der Bevölkerung. Ein wirklicher Repräsentant des deutschen Volkes war er nie. Bundespräsident wurde er nur durch Absprachen der Parteien untereinander.“

Kritik, die bei Peer Raetz auf offene Ohren stößt: „Bei allem Respekt, es wird Zeit für eine Reformierung der Wahl zum Bundespräsidenten. Jener ist Vertreter des Volkes und sollte durch dieses auch gewählt werden. Jetzt beginnt wieder das Gemauschel unter den Parteien. Und damit das Prozedere einen demokratischen Anstrich bekommt, wird er von der Bundesversammlung gewählt. Die Machtgier der Parteien lässt die Interessen der breiten Bevölkerung zurück.“

Juliane Lange

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