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Immer mehr anonyme Bestattungen im Land

Rostock Immer mehr anonyme Bestattungen im Land

Ob Streuwiese oder Urnengemeinschaftsgrab: Viele wollen Angehörigen finanziell nicht zur Last fallen

Rostock. Wo die Kraniche und andere Vögel ihr Brutgebiet haben, führt eine alte Kastanienallee zu einem Ort des Erinnerns und Gedenkens, zum Friedwald Grevesmühlen. Der wurde im September 2015 von der gleichnamigen GmbH eröffnet, die deutschlandweit 57 Friedwälder betreibt. Seitdem fanden hier 35 Menschen ihre letzte Ruhestätte. Hier werden die Urnen an Bäumen bestattet. Daran hängen kleine Täfelchen mit den Namen der Toten: höchstens zehn Namen pro Naturgrab. Ein Baum kostet rund 3500 Euro, die Beisetzung noch einmal 275 Euro. Auch weil ein Baum 99

Jahre Bestandsgarantie habe, entschieden sich immer mehr Menschen für diese Art der Bestattung. Überhaupt ist der Trend zu anonymen Bestattungen in MV unübersehbar. „Viele unserer Kunden sagen: ’Der Wald fängt unsere Trauer auf und tröstet uns’“, sagt Friedwald-Sprecherin Corinna Brod. Doreen Peter wäre froh, wenn auch ihre Kundschaft der Trauer mehr Raum gäbe. Denn immer mehr ihrer Kunden, erzählt die Bestatterin aus Neubrandenburg, erweckten den Eindruck, sie seien der Ansicht: „Der Mensch ist tot, damit ist er nichts mehr wert und das Thema soll schnell erledigt werden.“ Jahr für Jahr entscheiden sich mehr Menschen für eine anonyme Bestattung. Von rund 700 Bestattungen 2015 gab es in Neubrandenburg über 300 Beisetzungen in anonymen Gemeinschaftsanlagen, 140 in Gemeinschaftsanlagen mit Namensnennung. Lediglich knapp 250 waren herkömmliche Beisetzungen. „Die Menschen denken, das kostet kein Geld, wenn man auf die Streuwiese kommt“, sagt Bestatterin Peter.

Aber das ist nicht zutreffend. 600 bis 800 Euro kostet eine Grabstelle für 20 Jahre, die man selbst pflegt. Übergeben die Angehörigen die Pflege der städtischen Friedhofsverwaltung, kostet das in Neubrandenburg einmalig 1170 Euro.

In Schwerin dagegen ist die Zahl der anonymen Bestattungen laut Stadtverwaltung leicht gesunken. Im vergangenen Jahr waren es 277 anonyme von insgesamt 1001 Bestattungen. Die Landeshauptstadt bietet unterschiedliche Möglichkeiten der anonymen Bestattung: eine Asche-Streuwiese, Urnengemeinschaftsgräber und ein anonymes Grabfeld für Erdbestattungen. Jana Schulze

OZ

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