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In Prora auf Rügen bröckelt der Beton

Prora In Prora auf Rügen bröckelt der Beton

Altersschwacher Bröselbeton im Block V des früheren Kraft-durch-Freude-Komplexes (KdF) in Prora: Die architektonische Hinterlassenschaft der Nazis, die der Kreis ...

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In dem Teil des Gebäudes sollen nach dem Verkauf vor allem Wohnungen entstehen.

Quelle: St. Sauer/dpa

Prora. Altersschwacher Bröselbeton im Block V des früheren Kraft-durch-Freude-Komplexes (KdF) in Prora: Die architektonische Hinterlassenschaft der Nazis, die der Kreis Vorpommern-Rügen demnächst zum Großteil für mehrere Millionen Euro an einen eine privaten Investor verkaufen will, ist für die Unterbringung einer Bildungs- und Dokumentationseinrichtung baulich offenbar nur bedingt geeignet. Dies geht aus einem Gutachten des Stralsunder Architekten- und Ingenieurbüros AIU hervor. Demnach würde die Einrichtung großer Ausstellungsräume zu statischen Problemen führen, weil dafür viele Innenwände abgerissen werden müssten. Bislang sind die Flächen der sechs einzelnen Geschosse des Blocks in viele einzelne Räume gegliedert, wodurch die Zwischendecken ausreichend stabilisiert werden.

Um dort Ausstellungen einzurichten, mit der die Erinnerung an die Bedeutung Proras für die Nazis und die spätere Funktion des KdF-Bades zu DDR-Zeiten wachgehalten werden sollen, müssten den Plänen der zwei vor Ort ansässigen Bildungsvereine zufolge auf mindestens drei Etagen fast alle Innenwände entfernt werden. So würde pro Etage ein je 328 Quadratmeter großer Ausstellungsraum entstehen.

Damit wäre, schreiben die Stralsunder Ingenieure, die Belastungsgrenze der Fußböden nach einer Sanierung auf maximal 150 Kilogramm pro Quadratmeter begrenzt. Für Ausstellungen sei aber eine Höchstbelastung von 500 Kilo pro Quadratmeter vorgeschrieben.

In der Jugendherberge, die sich in einem bereits sanierten Teil des Blockes befindet, seien die vorgeschriebenen Grenzen eingehalten worden. In dem gut 20000 Euro teuren Gutachten schlagen die Stralsunder Ingenieure zwei Lösungsmöglichkeiten vor. Im ersten Fall könnte der gesamte Bau durch etliche horizontale und vertikale Stahlträger massiv verstärkt werden. Geschätzte Kosten: fünf Millionen Euro. Ein zweiter Weg wäre es, die beiden oberen Geschosse vollständig abzureißen und durch eine leichtere Stahl- und Glaskonstruktion zu ersetzen. Diese Variante ist laut der Schätzung etwa 200000 Euro billiger. Jedoch würde das historische Aussehen des Blockes damit stark verändert werden. bf

OZ

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