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In der Schule fürs Handwerk werben

Kultur/Bildung In der Schule fürs Handwerk werben

Streit um die Theaterreform des Landes

Rostock. Geht es in Rostock um Kultur, dann steht immer das Volkstheater im Mittelpunkt. So auch beim OZ-Wahlforum. Kann die Theaterreform rückgängig gemacht werden?, fragen sich viele Leser im Saal. Leif-Erik Holm (AfD) glaubt nicht daran. „Wir müssen sparen“, sagt er. Wie und an welcher Stelle, da kann er sich nicht entscheiden. „Nicht auf Kosten des künstlerischen Angebots, zuerst sollte man sich den Verwaltungsbereich ansehen“, erklärt Holm. Kultur sei ein wichtiges Gut. Dafür erntet er Protest aus dem Publikum.

Denn für viele Theaterfreunde aus Rostock und dem ganzen Land ist längst klar: Die Entwicklung läuft in MV in Richtung Einheitstheater. Das bestreitet Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) vehement: „Nein, wir wollen alle Theater behalten.“ Das Land und die Städte, die die Theater finanzieren würden, müssten nun einmal sparen. Helmut Holter (Die Linke) hält dagegen. „Bei der Theaterreform geht es nicht um Qualität in der Kultur, sondern um einen reinen Sparkurs“, wettert er. „Kultur ist nicht nur Theater“, entgegnet Sellering. Er nennt als Beispiele die Kunsthalle Rostock und die Festspiele MV. Und auch auf dem Land gebe es viele kleine Kultur-Veranstaltungen, die von der Ehrenamtsstiftung des Landes unterstützt werden.

Das Fördersystem für Kultur in MV kritisiert Norbert Schumacher (Freier Horizont). „Das ist eine komische Struktur“, meint er. Sollte seine Partei regieren, werde die Theaterreform zurückgedreht.

So wie ein funktionierendes Schulsystem, betont Mit-Moderatorin Lisa Markschies (18), Schülerin am Barlach-Gymnasium Schönberg. „An meiner Schule gibt es noch viele Ausfallstunden“, sagt sie. Dagegen helfe die Verbeamtung der Lehrer, erklärt Innenminister Lorenz Caffier (CDU). Das hätte die Landesregierung möglicherweise bereits früher tun sollen. Um mehr Ruhe in die Schulen zu bekommen, müssten vermehrt Schulsozialarbeiter angestellt werden, fordert Silke Gajek (Bündnisgrüne). Helmut Holter will an Schulen die Digitalisierung des Unterrichts forcieren. Und für handwerkliche Berufe müsse geworben werden. „Nicht alle Schüler müssen das Abitur ablegen“, sagt er. Und Cécile Bonnet-Weidhofer (FDP) schlägt vor, Pflegeberufe nicht nur an privaten Schulen anzubieten. bs

OZ

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