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MV aktuell Interview zum Swinetunnel: „Die Deutschen müssen keine Angst haben“
Nachrichten MV aktuell Interview zum Swinetunnel: „Die Deutschen müssen keine Angst haben“
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15:17 12.02.2019
Janusz Zmurkiewicz, Städtpräsident von Swinemünde, hat sich immer für den Swinetunnel eingesetzt. Nun wird sein großer politischer Traum Wirklichkeit. Quelle: Alexander Loew
Swinemünde

Janusz Zmurkiewicz (68), seit 30 Jahren Stadtpräsident von Swinemünde, stellte sich im Oktober 2018 extra noch einmal zur Wahl, um das Tunnelprojekt in seiner Amtszeit zu verwirklichen. Die OZ sprach mit ihm über das Vorhaben.

Wie wichtig ist der Tunnel für die Region?

Er hat eine riesige Bedeutung, es ist das wichtigste Projekt der Neuzeit für Swinemünde. Ohne den Tunnel, könnten wir unsere Stadtseite östlich der Swine nicht so entwickeln, wie es nun möglich sein wird. Und auch die westliche – schon touristisch genutzte Seite – wird wegen der besseren Erreichbarkeit stärker.

Auf deutscher Seiten gibt es auch Sorgen bezüglich des Tunnels – viele Touristen könnten nach Polen abwandern und umgekehrt mehr Transitverkehr aus Polen über die deutschen Straßen der Insel Usedom rollen.

Man verbreitet Ängste auf deutscher Seite, ich weiß, aber das ist unbegründet. Der Tunnel wird keine Ursache für mehr Lkw sein, die auf die deutsche Seite rollen, er wird den Verkehr vereinfachen. Es gibt ja auch die Vorschrift, dass nur Lastwagen bis 7,5 Tonnen auf Usedom fahren dürfen. Deshalb sind andere Strecken für Schwerlasttransport doch attraktiver. Nein, beide Seiten werden profitieren. Touristen werden besser zu uns und zu euch kommen. Auch Ahlbeck wird über Stettin und den Tunnel für Berliner Gäste besser erreichbar, die jetzt in Anklam im Stau stehen.

In der Hochsaison passieren bis zu 6000 Fahrzeuge die Swine per Fähre. Erwarten Sie, dass die bessere Verbindung deutlich mehr Verkehr lockt?

Ja, wir gehen kurz nach dem Bau von 8000 Fahrzeugen an Höchsttagen aus. Laut einer Studie zum Tunnel werden es nach einigen Jahren 10 000 sein, weil die Fährwartezeiten entfallen.

Wie reagieren Umweltschützer in Swinemünde auf das Projekt, das einen großen Eingriff in die Natur bedeutet?

Die Akzeptanz für den Tunnel in der Bevölkerung ist hoch, das sieht man auch an meiner Wiederwahl im Vorjahr, die ich an den Tunnel geknüpft hatte. Auf Wolliner Seite gibt es keinen großen Eingriff in die Natur, da im Überseehafen viel erschlossen ist. Auf Usedomer Seite müssen einige Hektar Wald weichen, aber es gibt Ausgleichspflanzungen. Unter der Swine wird so schonend wie möglich gebaut.

Wie viele Arbeitsplätze entstehen?

Einige Hundert im direkten Prozess, aber wir erwarten viele Folge-Arbeitsplätze, durch weitere Projekte, die der Tunnel möglich macht.

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Alexander Loew

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