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Investitionsstau: Viele Straßenbrücken im Land kaputt

Rostock Investitionsstau: Viele Straßenbrücken im Land kaputt

Bröselnder Beton, rostende Stahlträger: Deutschlandweit verfallen Tausende Brücken und Überführungen auf Autobahnen und Bundesstraßen. Fast vier Millionen Quadratmeter müssten dringend saniert werden.

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Rostock. Bröselnder Beton, rostende Stahlträger: Deutschlandweit verfallen Tausende Brücken und Überführungen auf Autobahnen und Bundesstraßen. Fast vier Millionen Quadratmeter müssten dringend saniert werden. Zurzeit sind laut Bundesverkehrsministerium etwa 2550 Brückenabschnitte in einem mangelhaften oder sogar ungenügenden Zustand.

Im Nordosten gelten zehn Brücken als schlimmste Sanierungsfälle (siehe Karte). „Prominentestes Beispiel ist die Petersdorfer Brücke auf der A 19“, sagt Christian Pegel (SPD), Infrastrukturminister von MV. Seit November 2015 werden die beiden Teilbrücken saniert. Voraussichtlich im ersten Halbjahr 2017 werden wieder zwei Fahrstreifen je Richtung befahrbar sein. Bis Ende 2018 soll die Sanierung komplett abgeschlossen werden. Pegels Ministerium führt eine ständig aktualisierte Prioritätenliste für alle Brücken auf Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen. Dazu gehören 36 Autobahn-Brücken, vor allem auf der A 24 und auf der A 19, mit einem geschätzten Investitionsvolumen von über 100 Millionen Euro. Auf der Liste stehen zudem 55 Bauwerke aus Bundesstraßen mit einem Investitionsvolumen von 80 Millionen Euro. Außerdem werden für mehr als 50 Bauwerke auf Landesstraßen fast 120 Millionen eingeplant. Großprojekte sind hier die Meiningenbrücke bei Zingst sowie die Hochbrücke in Wismar.

Pegel kennt die Probleme um die Brücken in MV. „Über Jahre wurde zu wenig in die Infrastruktur investiert“, sagt er. Der Bund reagiert jetzt mit einem Sonderprogramm Brückenmodernisierung. Für die Jahre 2015 bis 2018 stehen insgesamt etwa zwei Milliarden Euro zur Verfügung.

„Wir haben schon lange auf den schlechten Zustand vieler Brücken hingewiesen“, betont Carsten Willms, Leiter Abteilung Technik und Verkehr des ADAC Hansa in Hamburg. „In MV sollten zunächst die Autobahnbrücken auf der A 19, A 24 sowie der A 14 saniert werden, danach die Bundesstraßen.“ Die Politik habe zwar mehr Mittel bereitgestellt, jährlich seien für Brücken an Autobahnen und Bundesstraßen aber 1,5 Milliarden Euro nötig, moniert Willms.

Auch die Linke im Schweriner Landtag übt Kritik. „Der Brückenzustand in MV ist lediglich besser, weil die Brücken neuer sind. Das wird nicht so bleiben, wenn das Geld weiter fast ausschließlich in den Süden der Republik fließt“, erklärt Mignon Schwenke, verkehrspolitische Sprecherin der Linksfraktion. Im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans, der noch in der zweiten Märzhälfte vorgestellt werden soll, werde es für MV so gut wie nichts geben.

Von Bernhard Schmidtbauer

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