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MV aktuell Investor für Usedomer Airport: Wollen die Russen nur das Öl?
Nachrichten MV aktuell Investor für Usedomer Airport: Wollen die Russen nur das Öl?
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03:45 28.08.2013
Jeanne Beringer, SPD-Kreisvorsitzende

Der Flughafen Heringsdorf auf Usedom soll an einen russischen Ölexperten verkauft werden. Lokalpolitiker befürchten deshalb, dass der Geschäftsmann nicht am Fluggeschäft, sondern an den Rohstoffen unter der Insel interessiert ist. Konkret hat die Firma Rosven aus Berlin ihr Interesse angemeldet. Dahinter verbirgt sich der Unternehmer Witali Wilkin. Am Montagabend wurden Politiker des Landkreises Vorpommern-Greifswald in Anklam hinter verschlossenen Türen von Vize-Landrat Jörg Hasselmann (CDU) über das Interesse Wilkins informiert. Der Landkreis will den Airport verkaufen, weil dieser jedes Jahr ein Defizit von einer halben Million Euro einfährt. Die Bedingung: Der Käufer muss den Flughafen auch als solchen weiterführen.

Doch genau an dieser Zielstellung gibt es im Falle Witali Wilkin Zweifel. „Der Flughafen ist vermutlich nur ein Vorwand, um Öl auf Usedom zu fördern“, befürchtet die SPD-Kreisvorsitzende Jeanne Beringer. Wilkin gilt als Experte im Öl- und Gasgeschäft. Unter der gleichen Telefonnummer wie die Firma Rosven sind verschiedene andere Firmen in Berlin zu erreichen. Darunter befinden sich zum Beispiel T&W Petrochemical und die Wostok Chemical GmbH — Namen die man eher mit dem Rohstoffgeschäft als mit der Fliegerei in Verbindung bringen würde. Als Geschäftsführer oder Direktor fungiert stets Witali Wilkin. Der Geschäftsmann war gestern für keine Stellungnahme zu erreichen. Das mögliche Interesse der Russen am Usedomer Öl ist nicht unbegründet. Schließlich soll die Insel regelrecht auf dem Rohstoff schwimmen, hieß es in den vergangenen Wochen aus Medienberichten. Experten der deutsch-kanadischen Firma Central European Petroleum wollen bei Pudagla ein größeres Vorkommen entdeckt haben — nur wenige Kilometer vom Flughafen bei Zirchow entfernt.

Und noch weitere Fakten der Berliner Firma Rosven lassen aufhorchen. Die Firmendatenbank Creditreform stuft Rosven als Unternehmen mit „sehr schwacher Bonität“ ein. Auch wird dort laut den Unterlagen lediglich ein Mitarbeiter beschäftigt. Noch seltsamer muten große Schwankungen bei den Geschäftszahlen an, die der OSTSEE-ZEITUNG vorliegen. 2011 betrug die Bilanzsumme 252 000 Euro, während es im Jahr davor lediglich 613 Euro waren.

Alles gar kein Problem, meint Vizelandrat und Verhandlungsführer Hasselmann. „Die Firma Rosven existiert nur für den Flughafenkauf. In Wahrheit stehen dahinter große Fluggesellschaften“, versichert er. Er habe in den Verhandlungen mit Wilkin und seinen Anwälten den Eindruck gehabt, „dass die so richtig Ahnung vom Fluggeschäft haben“. Nun gelte es, in den Kaufverträgen alles wasserdicht abzusichern. Politikerin Beringer fordert, dass sich Hasselmann dafür Experten an die Seite holt: „Das sind gewiefte Geschäftsleute. Denen ist einer allein nicht gewachsen.“

Heringsdorf: der zweitgrößte Flughafen in MV
20 000 Urlauber sollen im Jahr 2013 mit Linienfliegern auf dem Insel-Airport landen. Dazu kommen ungefähr noch mal so viele Piloten, die mit ihren Privatmaschinen dort landen. Damit ist der Flughafen Heringsdorf nach Laage der zweitgrößte Airport im Land. Verbindungen gibt es innerhalb Deutschlands, nach Österreich, Polen und in die Schweiz.

Alexander Müller

Ein russischer Rohstoffexperte plant, den Flughafen Heringsdorf zu kaufen. Politiker befürchten, dass ihn das Fluggeschäft nicht interessiert.

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