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Islam-Schelte: Usedomer Tourismus-Chef soll abdanken

Wolgast/ Islam-Schelte: Usedomer Tourismus-Chef soll abdanken

SPD-Kreisverband fordert Rücktritt von Peter Drechsler als Dehoga-Sprecher

Wolgast/. Usedom. Wegen umstrittener Äußerungen zu Muslimen und Islam soll der einflussreiche vorpommersche Touristiker Peter Drechsler (65) als Chef seines Dehoga-Kreisverbandes zurücktreten. Das fordert die Usedomer SPD. Als Sprecher des Kreisverbandes des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes sei der Wolgaster Pensionsbetreiber nach entsprechenden Einträgen auf dem Internet-Portal facebook nicht mehr tragbar. „Wir sind empört über die bekannt gewordenen ausländerfeindlichen Äußerungen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Sozialdemokraten. „Tief enttäuscht“ seien sie auch darüber, dass die Insel- Tourismusverbände sowie „die meisten Usedomer Hoteliers“ zu den Äußerungen des Ehrenamtlers schweigen würden.

Drechsler nimmt die Rücktrittsforderung gelassen. „Natürlich können die das sagen“, sagte er auf OZ-Anfrage. Innerhalb des Dehoga-Verbandes habe man verabredet, „die Dinge bis zu den nächsten Verbandswahlen ruhen zu lassen“, sagte der Kritisierte. Mehr sei jetzt nicht zu sagen. Der Urnengang soll noch in diesem Jahr stattfinden. Drechsler hatte die Funktion an der Spitze des Regionalverbandes im Landkreis (zunächst Ostvorpommern, dann Vorpommern-Greifswald) acht Jahre lang inne.

Ende Mai war bekannt geworden, dass der Touristiker auf seiner privaten Facebookseite davor gewarnt hatte, „dass Muslime die Weltherrschaft anstreben“ würden. Er selber wolle sich aber die Scharia „nicht aufdrücken lassen“. Außerdem soll er mindestens einen türkenfeindlichen Witz geteilt, also weiterverbreitet haben. Nachdem dies öffentlich geworden war, hatte es allerdings Proteste von Usedomer Hoteliers und von Touristikern der Insel und des Landes gehagelt. Sowohl Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (SPD) als auch die Insel-Hoteliers Michael Raffelt (Koserow) und Sebastian Ader (Bansin) gingen auf Distanz zu Drechslers Aussagen.

Seinen Job als Dehoga-Sprecher der Mitgliedsunternehmen in Vorpommern-Greifswald ist Drechsler inzwischen los. Die Regionalverbände von Greifswald und Uecker-Randow entzogen ihm das Mandat dafür.

Darüber berichtet der Dehoga- Landesverband auf seiner Homepage nach einer Zusammenkunft aller Ehrenamtsträger. Wie es auf der Internetseite unter dem Slogan „Für Toleranz und Gastfreundschaft!“

weiter heißt, sollen die Verbandsmitglieder in Ostvorpommern „überlegen, welche Konsequenzen aus dieser Entwicklung zu ziehen sind.“

Der Dehoga-Landesverband und die SPD betonen, dass Mecklenburg-Vorpommern und Usedom international seien – sowohl hinsichtlich der Tourismus-Mitarbeiter als auch der vielen Urlauber. Dies aber vertrage sich nicht mit ausländerfeindlichen Äußerungen.

Heringsdorfs Bürgermeister Lars Petersen (CDU) spricht von einem falschen Signal. Er kenne Drechsler und schätze sein Engagement. Die Facebook-Einträge seien sicher „unglücklich“ gewesen. Drechsler sei aber kein Ausländerfeind. Er habe Angst vor radikalen Tendenzen im Islam, sei aber ein guter Mensch, der Flüchtlingen in Not eher helfen würde, meint Petersen.

• Umfrage: Muss der Dehoga-Chef abdanken? – ostsee-zeitung.de/umfragen

Steffen Adler

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