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MV aktuell Jaeger will als Grünen-Chef auf Ausgleich setzen
Nachrichten MV aktuell Jaeger will als Grünen-Chef auf Ausgleich setzen
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00:01 08.10.2016
Johann-Georg Jaeger (Grüne) Quelle: Cornelius Kettler

Johann-Georg Jaeger will nächster Landesvorsitzender der Grünen in MV werden. Als bislang einziger Kandidat bewirbt er sich um die Nachfolge von Andreas Katz in der Doppelspitze neben der Co-Vorsitzenden Claudia Müller. Beim Landesparteitag in Neubrandenburg am 15. Oktober wird der Vorstand neu gewählt. Sollte sich Jaeger durchsetzen, will der Windkraft-Experte vor allem den Klimaschutz stärker in den Mittelpunkt grüner Politik rücken.

„Für viele Grüne ist der Klimaschutz ein absolutes Ur-Thema“, sagt der 51-Jährige. „Andere verweisen auf die Probleme, etwa die gesunkene Akzeptanz von Windrädern oder steigende Strompreise. Hier brauchen wir eine interne Diskussion.“ Zudem plant er eine Klimaschutzkonferenz.

Dabei will Jaeger alte Gewissheiten gemeinsam neu erarbeiten: „Wir müssen Fragen offener zur Diskussion stellen, mit dem Ziel, am Ende ein Ergebnis zu finden, das von allen getragen wird.“

Ursprünglich galt bei den Grünen: „Wenn bestimmte Standpunkte irgendwann einmal festgelegt wurden, müssen diese für immer gelten. In einer lebendigen Partei funktioniert das nicht.“

Bei der Windkraft etwa fordert Jaeger, der selbst in der Branche arbeitet, mehr Offenheit: „Wenn ich zur Windkraft Ja sage, muss ich auch zu den negativen Seiten Ja sagen.“ Nötig sei, die Bürger über alle Aspekte aufzuklären.

Auch in der Landwirtschaft müssten die Grünen nach Kompromissen suchen: „Wenn wir uns knallhart positionieren, fühlen sich viele Landwirte vor den Kopf gestoßen.“ Dabei sei es gar nicht das Ziel der Partei, alles auf Bio umzustellen. „Wir müssen auch mit der konventionellen Landwirtschaft arbeiten und zwar mit den Landwirten, nicht gegen sie.“

Ein schwieriges Problem für die nächsten Jahre werde der Umgang mit der AfD sein. Auch hier will Jaeger auf Zwischentöne setzen: „Wir brauchen einen anderen Umgang mit der AfD als mit der NPD. Nur zu sagen, die Leute in der AfD seien Nazis, ist reiner Populismus. Das bringt uns nicht weiter.“

In fünf Jahren möchte Jaeger, dass die Grünen wieder in den Landtag zurückkehren. Dafür müssten die Grünen aber als Partei erwachsener werden: „Manche haben noch nicht verstanden, dass wir keine Protestpartei mehr sind, sondern eine etablierte Partei mit Fachwissen und Regierungserfahrung.“

Die Gründe für das Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde sieht Jaeger vor allem im Erstarken der SPD: „Auf den letzten Metern haben sich viele für die SPD entschieden, weil sie verhindern wollten, dass die AfD stärkste Partei wird.“ Und: „Unsere Wahlkampagne zielte auf sieben bis acht Prozent. Es war keine Kampagne, in der wir ums Überleben kämpften.“

Fünf Prozent für die Grünen in MV sind nun das Ziel für die Bundestagswahl 2017. Dann könnte der nächste Wechsel an der Parteispitze anstehen: Die Grünen-

Frauen haben bereits klargestellt, dass sie wieder eine weibliche Abgeordnete aus MV nach Berlin schicken wollen. Und das könnte Claudia Müller sein.

Axel Büssem

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