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Jetzt kommt‘s dicke: Erste Bank verlangt Geld für Bareinzahlung

Rostock/Stralsund Jetzt kommt‘s dicke: Erste Bank verlangt Geld für Bareinzahlung

Einzelhandelsverband kritisiert die Gebühren scharf

Rostock/Stralsund. Geld zur Bank zu bringen, wird zu einer teuren Angelegenheit. Etliche Bankkunden in Mecklenburg-Vorpommern werden von ihren Kreditinstituten zur Kasse gebeten, wenn sie Bargeld in Münzen einzahlen wollen. Jetzt verlangt auch die größte Bank im Land, die Sparkasse Vorpommern, von ihren Privat- und Geschäftskunden drei Prozent der Summe, die auf das Konto soll — mindestens jedoch drei Euro.

Auch einige Volks- und Raiffeisenbanken verlangen solche Gebühren, wenn auch nicht in der Höhe. Eine von ihnen ist die Rostocker VR-Bank. Die Sparkasse Mecklenburg-Nordwest aus Wismar nimmt ein Prozent, wenn die Summe über 50 Euro liegt.

Betroffen davon sind insbesondere Geschäfte, bei denen viel Bargeld in der Kasse landet. Will ein Händler beispielsweise seine Einnahmen in Höhe von 300 Euro Hartgeld einzahlen, muss er davon neun Euro bei der Sparkasse Vorpommern abgeben. Aber auch Privatkunden, die zu Hause Münzen sammeln, sind betroffen. Ausgenommen sind Kinder und Spenden. Der Einzelhandelsverband MV kritisiert die Gebühren, insbesondere wie tief die Sparkasse Vorpommern ihren Kunden in die Tasche greift. „Drei Prozent sind astronomisch“, sagt Geschäftsführer Kay-Uwe Teetz. Unternehmen mit hohem Bargeldaufkommen kommt das teuer zu stehen. „Ich empfehle, individuell mit der Bank zu verhandeln oder Alternativen zu prüfen“, sagt Teetz. Das sei allerdings nicht immer einfach, da Firmen auch andere Geschäftsbeziehungen zu einer Bank haben, zum Beispiel in Form von Krediten.

Die Sparkasse Vorpommern begründet die neuen Gebühren mit der sogenannten EU-Verordnung zur Münzgeldbearbeitung. Die schreibt vor, dass Euros vor der Wiederausgabe mit modernen Maschinen auf Echtheit geprüft werden müssen. Dieses Vorgehen ist allerdings bereits seit Anfang 2015 für alle Banken Pflicht.

Eine Rolle dürfte daher auch der wirtschaftliche Druck spielen, der durch die anhaltende Niedrigzinsphase verursacht wird. So will die Sparkasse Vorpommern bis 2017 sechs Filialen schließen und elf Standorte ohne Mitarbeiter betreiben. Sogar Negativzinsen werden für Sparkassenkunden nicht mehr ausgeschlossen. „Wir werden alles tun, um die privaten Sparer vor Negativzinsen zu schützen — in Teilen auch zu Lasten der eigenen Ertragslage“, sagt der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon. Wenn die aktuelle Niedrigzinsphase aber lange andauere, würden die Sparkassen die Kunden nicht davor bewahren können.

Dass es bei der Einzahlung von Münzen auch ohne Mehrkosten für den Kunden geht, beweisen andere Banken im Land — darunter auch Sparkassen. Weder die Ostseesparkasse in Rostock noch Deutsche Bank, Postbank und Commerzbank wollen bisher Geld fürs Bargeld sehen.

Von Wenke Büssow-Krämer

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