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MV aktuell Jugendgewalt: Caffier will Syrer abschieben
Nachrichten MV aktuell Jugendgewalt: Caffier will Syrer abschieben
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00:06 01.12.2017
Innenminister Lorenz Caffier (M., CDU) besuchte mit dem Rostocker Senator Chris Müller-von Wrycz Rekowski (r.) und dem Chef der Polizeiinspektion Rostock ,Michael Ebert (l.), den Weihnachtsmarkt. Quelle: Foto: Ove Arscholl

Ausgerechnet zum Start des Weihnachtsmarktes flammt der Konflikt zwischen Jugendgruppen in der Rostocker Innenstadt wieder auf: Am Mittwochabend kam es gleich zu zwei schweren Auseinandersetzungen zwischen jungen Migranten in der Innenstadt. An einer Massenschlägerei waren nach Angaben der Polizei etwa 30 Personen beteiligt. Nun schaltet sich Innenminister Lorenz Caffier (CDU) in das Dauerthema ein: „Vor allem syrische Jugendliche sind leider allzu oft an diesen Gewalttaten beteiligt. Wir müssen endlich Möglichkeiten schaffen, dieses Verhalten sanktionieren zu können.“ Klartext: Caffier will auf der nächsten Innenministerkonferenz darüber sprechen, ob straffällige Syrer in ihre Heimat abgeschoben werden können.

In Rostock und Schwerin sorgen Jugendgruppen seit Monaten für Probleme: In Rostock kam es mehrfach zu Schlägereien in den Wallanlagen, aber auch vor den Einkaufszentren in der Shoppingmeile Kröpeliner Straße. Am Mittwoch ereignete sich genau dort der jüngste Vorfall: Im Getümmel des Weihnachtsmarktes gerieten sechs Syrer aneinander, einer der jungen Männer versprühte Reizgas. Wenige Stunden später musste die Polizei dann zu einer Schlägerei in der Nähe der Innenstadt ausrücken. 30 Personen sollen nach Angaben der Polizei daran beteiligt gewesen sein. „Laut aktuellem Stand der Ermittlungen war unter den Beteiligten kein deutscher Staatsbürger“, so Rostocks Polizeichef Michael Ebert.

In der Hansestadt hat die Polizei ihre Präsenz in der Innenstadt seit Monaten verstärkt. Auch die Händler hatten sich beklagt: Sie fürchten, dass die Jugendgewalt dem Ruf und den Geschäften in der City schaden könnte. „Diese Auseinandersetzungen zwischen Jugendgruppen und auch unter jungen Migranten beunruhigen viele Menschen natürlich“, sagt Innenminister Caffier. „Die jungen Leute treffen sich dort, wo sie Raum haben – in den Innenstädten, in Einkaufszentren. Dort haben sie WLAN, können im Internet surfen und sich treffen.“ Wieso es dabei vermehrt zu Straftaten und Gewalt untereinander kommt – Polizeichef Ebert versucht sich an einer Erklärung: „Es geht um Eitelkeiten und Vorherrschaft.“ Was genau mit „Vorherrschaft“ gemeint ist, sagt er nicht.

Nach OZ-Informationen soll es aber um den Handel mit Drogen gehen. Die Rostocker Polizei überlegt nach eigenen Angaben, eine neue Ermittlungsgruppe aufzubauen, die sich mit den Jugendlichen auf der Straße befassen soll.

„Die Auseinandersetzungen binden auch die Kraft der Polizei“, sagt der Innenminister. Am Schweriner Marienplatz war es in der Vergangenheit immer wieder zu Schlägereien gekommen – dabei wurden auch Waffen eingesetzt: Holzlatten, Messer, Eisenstangen. Seit knapp einem Jahr diskutiert die Landeshauptstadt den Einsatz einer Videoüberwachung für das Areal. Der Start musste zweimal verschoben werden – zuletzt wegen technischer Probleme. „Wir können noch so viele Sozialarbeiter einsetzen: Wenn die Jugendlichen diese Angebote nicht annehmen, müssen wir zu spürbaren Sanktionen übergehen. Wir haben Regeln in diesem Land, die gelten für alle“, so Caffier bei einem Rundgang über den Rostocker Weihnachtsmarkt.

Das zweite große Thema für die Veranstalter des größten Marktes im Norden ist in diesem Jahr der Schutz vor Terror: Die Stände entlang der Langen Straße sind mit Betonblöcken gegen Attacken mit Lastwagen gesichert worden. „Wir haben die Lange Straße zudem für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt. Polizisten überwachen das“, so Rostocks Ordnungssenator Chris Müller-von Wrycz Rekowski. Zudem will die Stadt nach und nach sämtliche Zufahrten zur Innenstadt mit absenkbaren Pollern ausrüsten. „Nur Polizei, Rettungsdienst und registrierte Anwohner können dann noch in den Bereich fahren. Die Poller werden rund um die Uhr überwacht.“ Eine dieser Sperren kostet die Stadt knapp 75000 Euro.

Andreas Meyer und Dana Frohbös

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