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Jugendherbergen bauen Barrieren ab

Rostock/Stralsund Jugendherbergen bauen Barrieren ab

Häuser investieren in Zimmer für Menschen mit Behinderungen

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In der Stralsunder Jugendherberge fühlen sich Menschen mit und ohne Behinderung wohl.

Quelle: Jugendherbergswerk Mv

Rostock/Stralsund. Rollstuhlfahrer willkommen! Die Jugendherbergen in MV räumen zunehmend Barrieren aus dem Weg und investieren in behindertengerechte Zugänge und Zimmer.

Mittlerweile haben zehn der insgesamt 25 Standorte im Nordosten Plätze für Rollstuhlfahrer geschaffen.

„Oft entsteht die Barrierefreiheit, wenn ein Haus erneuert oder umgebaut wird“, sagt Kai-Michael Stybel vom Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH). Die besondere Herausforderung sei, neben den räumlichen Voraussetzungen auch Angebote zu unterbreiten, an denen Menschen mit und ohne Behinderungen teilnehmen können. „Nur das ist gelebte Inklusion“, sagt der Vorstandsvorsitzende.

Paradebeispiel des Deutschen Jugendherbergswerks MV ist Stralsund. In der Sundstadt sind im August 2015 zwei neue barrierefreie Bettenhäuser eröffnet worden. Als Ersatz für einen ehemaligen Plattenbau aus DDR-Zeiten bieten sie Rollstuhl-Fahrern insgesamt 24 Plätze in 13 Zimmern. „Nur zehn Jugendherbergen in Deutschland können eine ganze Rolli- Gruppe aufnehmen, Stralsund gehört dazu“, berichtet Stybel. Die meisten behindertengerechten Zimmer (16) gibt es aber in Prora auf Rügen. Dort steht die längste Jugendherberge der Welt – mit insgesamt 400 Betten. Die restlichen acht barrierefreien Standorte in MV haben jeweils zwei bis sechs Zimmer für Urlauber mit Handicaps.

Die Häuser des DJH-Landesverbandes zählen rund 500 000 Übernachtungen im Jahr und etwa 250 Beschäftigte. „Früher hieß es, die Jugendherbergen dürfen nicht weiter als einen Tagesmarsch voneinander entfernt sein“, sagt Stybel. Heute gebe es längst nicht mehr so viele Häuser – zurzeit sind es bundesweit 500. Die beste Auslastung im Nordosten haben Heringsdorf auf der Insel Usedom und Warnemünde.

Mit 40000 Übernachtungen ist 2015 das erfolgreichste Jahr für die Warnemünder Einrichtung gewesen. Die 222 Betten in Zwei- bis Sechsbettzimmern kosten zwischen 25 und 45 Euro und sind im Sommer oder an den Feiertagen besonders gefragt – auch von Familien. „Die nutzen unsere Häuser gern“, betont Stybel. Auch Klassen- und andere Gruppenfahrten sorgen für gute Belegungen. Für die Kinder und Jugendlichen gibt es spezielle Themenangebote – Umwelt und Natur, Sport und Gesundheit oder Kultur und Gesellschaft.

ks

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