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Kampfkandidatur bei den Grünen

Kampfkandidatur bei den Grünen

Greifswalderin Ulrike Berger tritt gegen Landeschefin Claudia Müller aus Stralsund an

Greifswald. Nach dem Ausscheiden aus dem Landtag steht den Grünen in Mecklenburg-Vorpommern die nächste Bewährungsprobe bevor: Ulrike Berger (37) aus Greifswald, bis vor kurzem Mitglied der Landtagsfraktion, wirft zur morgen in Neubrandenburg geplanten Neuwahl der Landesvorsitzenden den Handschuh in den Ring. „Ja, ich trete an“, bestätigte sie gestern auf OZ-Anfrage vorherige Gerüchte. Die amtierende Landesvorsitzen- de Claudia Müller aus Stralsund hatte ihre Bewerbung bereits erklärt.

 

OZ-Bild

Claudia Müller (35) aus Stralsund

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Ulrike Berger (37) aus Greifswald

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Claudia Müller (35) aus Stralsund

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Einen Affront gegenüber Müller sieht Berger nicht. Sie wolle sich einbringen, die Partei unterstützen, erklärt die Greifswalderin, die im Landtag Vorsitzende des Bildungsausschusses war. Nach dem Ausscheiden aus dem Parlament gehe es für die Grünen in MV vor allem darum, „die Wahrnehmbarkeit zu erhöhen“, so Berger. Auf Gerüchte, ihre Bewerbung erfolge als Zeichen der Kritik an Müllers bisheriger Arbeit, ging Berger nicht ein. „Ich möchte meine Erfahrungen einbringen“, sagt sie. Da sie in der Elternzeit sei, habe sie Reserven für das wichtigste Ehrenamt der Grünen in Mecklenburg-Vorpommern. 2006 bis 2008 war sie schon einmal Landessprecherin.

Claudia Müller wusste bis gestern offenbar nichts von der Kampfkandidatur. Sie hatte bereits vor Wochen ihre erneuten Ambitionen erklärt, auch für das Erringen eines Bundestagsmandats in MV. „Das ist völlig legitim“, sagte sie zu Bergers Vorstoß. „So funktionieren wir Grünen. Demokratie lebt von Auswahl.“ Sie selbst halte an ihrer Kandidatur fest.

In der Partei wird Bergers Bewerbung unterschiedlich kommentiert. „Unnötig“, sagt ein Mitglied. „Völlig normal“, ein anderes. Jeder habe die Möglichkeit, sich bis zum Wahlgang zur Kandidatur zu entscheiden.

Wie in der Bundespartei haben die Grünen auch im Land eine Doppelspitze. Für den männlichen Part bewirbt sich der Rostocker Johann-Georg Jaeger (50). Sein Vorgänger, Andreas Katz (62) aus Schwerin, hatte nach der für die Grünen schwer zu verdauenden Wahlschlappe seinen Rückzug angekündigt. Am 4. September errang die Partei nur 4,8 Prozent der Wählerstimmen und scheiterte an der Fünf-Prozent-Hürde.

fp

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