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MV aktuell Karl May war Verkaufs-Hit in der DDR
Nachrichten MV aktuell Karl May war Verkaufs-Hit in der DDR
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00:02 17.03.2016

Rostock. In seinem Leben war Karl May (1842 bis 1912) vieles: Auf die Welt kam er als Armeleutekind. Später wurde er zum Dieb, Betrüger und Hochstapler — diese Art, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, brachte ihn sogar ins Gefängnis. 1874 bekam er jedoch die Kurve, Karl May wurde Schriftsteller — und was für einer. Seitdem wird er als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Autoren von Abenteuer- Literatur verehrt.

So hatte Karl May auch vor 1990 unzählige Anhänger in den beiden deutschen Staaten. Sowohl in der Bundesrepublik als auch in der DDR waren die Bücher des Schriftstellers Renner an den Kassen der Buchhandlungen. Viele Leser sind ihm bis heute treu geblieben — auch in Mecklenburg-Vorpommern.

Über interessante Facetten aus dem Leben Karl Mays hat die OSTSEE-ZEITUNG am 12. März in einem Interview mit dem Karl-May- Experten Christian Heermann (79) berichtet. Der bezieht sich in diesem Beitrag auch auf Karl May und die DDR. Dazu sagt Heermann unter anderem: „Er war nie verboten. Aber auch nicht erlaubt. Man konnte Anzeigen aufgeben, dass man May-Bücher zum Kauf sucht, aber er wurde nicht neu verlegt, obwohl es rechtlich möglich war.“ Und: „Wenn die Handlung im Orient spielt, ist die Zentralgewalt weit weg und Ordnungshüter werden lächerlich gemacht. Das passte der DDR-Obrigkeit nicht in den Kram und man wertete May ab: religiös, sentimental, nationalistisch, chauvinistisch.“ Etliche Leser der OZ sehen das völlig anders. So schreibt Dieter Radike in einer E-Mail, dass er einige Passagen des Interviews „mit Verwunderung“ gelesen habe. „Herr Heermann muss an Wahrnehmungsstörungen gelitten haben. Anders kann ich mir seine Aussage, Karl May und damit seine Werke waren in der DDR nie verboten — aber auch nicht erlaubt, nicht deuten“, schreibt Radike weiter. Von 1982 bis 1989 seien im DDR-Verlag Neues Leben Berlin mindestens elf Bücher von Karl May erschienen. Als ernsthaftem Karl May-Biografen hätte ihm das eigentlich nicht entgangen sein dürfen.

Das stimmt. Von Karl May sind zu DDR-Zeiten 13 Bände in Auflagen von jeweils Hunderttausenden Exemplaren erschienen, die immer sofort vergriffen waren:

„Winnetou“ 1. Band (1982)

„Winnetou“ 2. Band (1983)

„Winnetou“ 3. Band (1983)

„Der Schatz im Silbersee“ (1984)

„Der Sohn des Bärenjägers“ (1984)

„Der Geist des Llano Estacado“ (1985), „Der Ölprinz“ (1985)

„Old Surehand“ 1. Band (1986)

„Old Surehand“ 2. Band (1987)

„Old Surehand“ 3. Band (1988)

„Durch Wüste und Harem“ (1989)

„Durchs wilde Kurdistan‘‘ (1990)

„Von Bagdad nach Stambul‘‘ (1990) Auch unser Leser J. Tack weiß, dass Karl May in der DDR verlegt wurde. In seinem Bücherschrank stehen sieben seiner Bücher.

Ähnliches hat Gerhard Struck erlebt. Er hat seine ersten Karl-May- Bücher im Alter von 14 Jahren gelesen, weitere später während des Studiums. Struck wirft der OZ Geschichtsfälschung vor. Dem ersten 1982 in der DDR verlegten Band seien bis 1990 neun weitere Bücher gefolgt. Wer das nicht glaubt, könne gerne in seinem Bücherschrank „Einsicht nehmen“.

Mit den geschichtlichen Fakten sieht es Hans-Joachim Moser ähnlich. Als er in dem Interview gelesen hatte, dass die Werke von Karl May in der DDR nicht verlegt worden sein sollen, sei ihm der Kragen geplatzt. Die Bücher von Karl May seien „besonders unter den Jugendlichen sehr gefragt und wurden seit 1982 im Verlag Neues Leben Berlin verlegt“.

Unser Leser Rainer Granzow kritisiert den Interviewer sowie den befragten Experten. Im Internet könne leicht festgestellt werden, welche Bücher von Karl May wann und in welcher Auflagenhöhe beim Verlag Neues Leben Berlin erschienen seien: http://karl-may-buecher.de/reihendetails.php?_id=4.

Auch Edgar Backhaus verweist auf eine Internet-Seite, die die bis 1990 in der DDR bei Neues Leben verlegten May-Bücher auflistet:

http://www.karl-may-buecher.de/verlagdetails.php?_id=3.

Von Bernhard Schmidtbauer

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