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MV aktuell Karlsburger Paar feiert Steinerne Hochzeit
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00:01 27.01.2018
Haben die Liebesbriefe aufgehoben: Greteliese und Egon Brauns (beide 91) aus Karlsburg feiern morgen Steinerne Hochzeit. Quelle: Foto: C. Meerkatz
Karlsburg

67,5 Jahre: So lange sind Greteliese und Egon Brauns aus Karlsburg bei Greifswald schon miteinander verheiratet. Morgen feiern die beiden 91-Jährigen das seltene Fest der Steinernen Hochzeit, das sie im Familienkreis feiern werden. „Ich habe einen Glücksgriff getan, an der Seite dieser Frau ist die Zeit wie im Fluge vergangen“, meint der Gatte und strahlt.

Das Paar kennt sich bereits seit 81 Jahren, beide besuchten in Wolgast die Schule und lernten drei Jahre in einer Klasse. Schon damals habe er großen Gefallen an diesem Mädchen gefunden. „Sie war hübsch, natürlich und kein bisschen zickig“, erinnert sich Egon Brauns. Sie blieben über Freunde und Verwandte in Kontakt. Im Frühjahr 1944 trafen sie sich, inzwischen 16-jährig, wieder. Als der Geliebte an die Front einberufen wurde, folgte von Greteliese das Versprechen, immer zu schreiben und auf ihren Schatz zu warten. „Ich habe Wort gehalten. Meine Mutter war manchmal schon verzweifelt und fragte mich, warum ich all die schönen jungen Männer ziehen lassen würde. Aber ich wollte nun mal Egon“, schildert die Karlsburgerin. Ihm ging es nicht anders: „Ich habe immer nur an sie gedacht.

Die Frau wollte ich, sonst keine.“ Doch bis beide wieder vereint waren, dauerte es. Egon Brauns wurde während des Krieges verwundet und geriet erst in amerikanische, dann in französische Gefangenschaft. 1948 kehrte er nach Pommern zurück. Am 28. Juli 1950 heirateten beide in der Kirche von Groß Kiesow. „Ich hielt die schönste Braut der ganzen Welt im Arm“, schwärmt der Jubilar noch immer.

Die Familie wuchs, Tochter und Sohn wurden geboren. Egon Brauns wurde Lehrer in Karlsburg, während seine Frau im benachbarten Institut für Diabetes Herrscherin übers Krankenblattarchiv war. Das Paar einte stets die Freude am Zeichnen, an der Kunst und Musik. Es war logisch, dass die Brauns im Chor Karlsburg mitsangen und im Kunst- und Keramikzirkel mitwirkten. Auch heute noch frönen sie der Kultur, fahren oft zu Konzerten.

Das Paar, das inzwischen vier Enkel und sechs Urenkel hat, bestreitet das tägliche Leben noch komplett allein. Egon Brauns ist gesellschaftlich noch sehr aktiv: Er gestaltet die Ortschronik von Karlsburg, gehört dem Bund niederdeutscher Autoren, der Fritz-Reuter-Gesellschaft und dem Zeichenzirkel seines Dorfes an, gestaltet Ausstellungen und Lesungen, hält Vorträge – „dat alls för den’

eigen Schick un tau de Lüd ehr Freud“, wie er sagt.

Morgen zur Steinernen wird er aber nur für seine Greteliese da sein: „Sie ist und bleibt für mich die Allerbeste“, meint er und umarmt sie zärtlich.

Cornelia Meerkatz

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