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MV aktuell Katzen-Kastration: Tierschützer werfen Land Versagen vor
Nachrichten MV aktuell Katzen-Kastration: Tierschützer werfen Land Versagen vor
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00:05 16.09.2017

Schwerin. Katzen, die in freier Wildbahn erbärmlich dahinvegetieren: Dagegen machen jetzt die Tierschützer in Mecklenburg-Vorpommern Druck: In einer Petition an den Landtag in Schwerin verlangen die Tierfreunde, „schnellst möglich eine flächendeckende Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Freigängerkatzen im Rahmen einer Katzenschutzverordnung für MV zu erlassen“. Bis zum 26. September kann diese Petition unterzeichnet werden – bei Tierschutzvereinen sowie im Internet. Ihre Forderungen wollen die Tierschützer am 27. September bei einer Demonstration vor dem Schweriner Schloss an Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (SPD) übergeben – vor der Sitzung zum Landeshaushalt.

„Ich bin guter Hoffnung, dass unsere Petition Erfolg haben wird“, sagt Kerstin Lenz, Vorsitzende des Deutschen Tierschutzbundes in MV. Die Oppositionsparteien im Landtag unterstützen die Petition.

Die Linksfraktion wolle „gemeinsam mit dem Tierschutzbund beraten, wie wir diesen Vorschlag in ein parlamentarisches Verfahren einbringen“, sagt der agrarpolitische Sprecher Wolfgang Weiß. Zunächst werde die Katzenschutzverordnung auf die Tagesordnung des Agrarausschusses des Landtags gesetzt. Auch die AfD-Fraktion ist für die Forderungen der Tierschützer. „Herrenlose Katzen stellen eine enorme Bedrohung für brütende Vögel dar“, sagt Ralf Borschke, umweltpolitischer Sprecher. Sollte sich die Population herrenloser Katzen weiter vergrößern, drohe ein Verlust von biologischer Vielfalt.

Die Tierschützer fordern von der Landesregierung auch, weiterhin so umfassend wie 2016 und in diesem Jahr zu unterstützen. So müsse das Land etwa die für 2018 und 2019 fest zugesagten Mittel zur Finanzierung der Kastration von Katzen bereitstellen. „Minister Till Backhaus hatte uns in einem Brief dafür jährlich 50000 Euro zugesichert“, berichtet Kerstin Lenz. Vor kurzem wurde bekannt, dass es diese Mittel nicht geben wird. Das liege nicht am Umweltminister Till Backhaus (SPD), sagt eine Sprecherin. Das Katzenkastrationsprojekt sei entgegen der Initiative von Backhaus nicht in die Haushaltsplanung für 2018/ 2019 aufgenommen worden.

Tierschützer geben sich damit nicht zufrieden. „Das Elend hört einfach nicht auf“, bringt Karin Stüver vom Verein Katzenschutz Kühlungsborn das Problem auf den Punkt. Tierschützer wie sie fühlen sich von der Politik alleingelassen – egal, ob in Schwerin oder in der Region. „Wir kommen mit den vielen Katzen nicht mehr klar. Deshalb ist es wichtig, dass die Petition von möglichst vielen Menschen unterschrieben wird“, erklärt Karin Stüver. Die Hansestadt Rostock zeige mit ihrer Kastrationspflicht für Freigängerkatzen, wie es geht.

Laut Stadtverwaltung wurden 2016 in Rostock 176 Streunerkatzen kastriert. Dafür stellte die Stadt 10000 Euro bereit. Das Land gab 1855 Euro dazu. In diesem und im nächsten Jahr stellt die Stadt ebenso jeweils 10000 Euro bereit.

Linke und AfD im Landtag lehnen die Mittelstreichungen ab. Die Fraktion werde sich in den kommenden Haushaltsberatungen für einen spürbaren Anstieg der Mittel für den Tierschutz einsetzen, heißt es von der AfD. Die Linke strebe eine Verdoppelung dieser Mittel an. Die Förderung des Tierschutzes sei notwendig und unverzichtbar.

Info: www.tierschutz-mv.de

Bernhard Schmidtbauer

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