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MV aktuell Kein Anschluss auf diesem Gleis
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00:01 07.10.2016
Verschwendung in Schwerin: Neue Straßenbahngleise – aber auf der falschen Seite. Mehrkosten für den Anschluss: rund 137 000 Euro. Quelle: dpa

Schlamperei, Inkompentenz, Größenwahn: Der Bund der Steuerzahler verteilt Prädikate an Politiker und Planer, die in den vergangenen Monaten viel Geld verbrannt hätten. Vier Fälle aus MV sind im neuen „Schwarzbuch“ enthalten, das bundesweit Steuermittelverschwendung anprangert. Das sind ein aus Sicht des Steuerzahlerbundes viel zu teurer Ausbau des Stadthafens von Waren/Müritz, ein nutzloser Radweg in Schwerin, eine marode Scheune, die die Stadt Boizenburg viel Geld kostet, und Straßenbahnschienen in Schwerin auf der falschen Straßenseite.

Massive Kritik übt der Bund der Steuerzahler an der Erweiterung des Warener Stadthafens. „Dort sind buchstäblich Millionen im Schlick versenkt worden“, sagt Sprecher Rainer Kersten. Ursprünglich sollte das Projekt – Bau von 70 neuen Liegeplätzen – 4,3 Millionen Euro kosten. Bis heute seien es fast zehn Millionen. „Bei der Kalkulation haben sich die Planer gründlich verrechnet“, so Kersten.

Er sei sicher: Aus heutiger Sicht würde das Projekt nicht entstehen. Die Zeche zahlen alle Steuerzahler, das Land übernimmt 6,6 Millionen, bestätigt das Wirtschaftsministerium.

In Schwerin führen Straßenbahngleise ins Nichts. Beim Neubau einer Eisenbahnbrücke ließ die Stadt die Gleise auf der falschen Straßenseite verlegen (die OZ berichtete). Mehrkosten laut Steuerzahlerbund: 137000 Euro. 1,8 Millionen Euro soll ein Radweg an einem Schweriner See kosten, den Anwohner nicht wollen und der kaum Entlastung bringe, aber vom Land mit 90 Prozent gefördert würde. Kersten fordert: lieber das bestehende Radwegenetz sanieren. Die Stadt Boizenburg schließlich kaufte für 30000 Euro eine Scheune, die die Feuerwehr als Lagerraum nutzen sollte. Haken: Die Scheune sei einsturzgefährdet; niemand habe sie vorher von innen angesehen. Die Sanierung soll weitere 131000 Euro kosten. Kersten: „Der Neubau einer Lagerhalle wäre die bessere Lösung gewesen.“

fp

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