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Keine Einigung im Awo-Streit

Neubrandenburg Keine Einigung im Awo-Streit

Es geht um Verträge mit unverhältnismäßig hohen Zahlungen

Neubrandenburg. . Zum Auftakt des Prozesses um einen mutmaßlichen Bereicherungsfall bei der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Waren an der Müritz gab es keine Einigung. Knapp eine Stunde lange tauschten die Anwälte des früheren Geschäftsführers Peter Olijnyk und der Anwalt der beklagten Awo-Müritz gGmbH gestern vor dem Landgericht Neubrandenburg ihre Standpunkte aus, ohne sich auf einen Vergleich einigen zu können. „Es geht um das Lebenswerk eines ausgesprochen verdienstvollen Mannes“, so Olijnyk-

 

OZ-Bild

Peter Olijnyk

Quelle: Foto: Privat

Anwalt Peter-Michael Diestel.

Richterin Gabriele Memmel legte fest, dass sich beide Seiten nochmals Gedanken machen und bis 15. Juni schriftlich äußern sollen. Danach soll es noch einen Verhandlungstermin geben.

Der 68-jährige Olijnyk klagt gegen seine fristlose Kündigung im Juni 2016 und fordert mehrere hunderttausend Euro an Nachzahlungen. Das lehnt die Arbeiterwohlfahrt ab und fordert ihrerseits 390000 Euro, die der geschasste Manager zu viel bekommen haben soll. Olijnyk hatte sich nach Einschätzung des Landesverbandes seit 2011 auf illegale Weise ein Jahresgehalt von 150000 Euro plus 30000 Euro Tantiemen ermöglicht, die bei einem Sozialverband gar nicht zulässig seien. Dazu sollen Zahlungen für Pensionsansprüche und eine Zahlung beim Ausscheiden vereinbart gewesen sein.

Laut Landesverband sollen sich Olijnyk und der Chef des Kreisverbandes – Ex-Bundestagsabgeordneter Götz-Peter Lohmann (SPD) – am Restvorstand vorbei gegenseitig Verträge unterschrieben haben. „Auf die Zahl der Unterschriften kommt es nicht an“, betonte Richterin Memmel. Wichtig für die Wirksamkeit solcher Ver träge sei vielmehr eine Beschlussfassung der Gesellschafter. Ein Protokoll einer derartigen Vereinbarung gibt es laut Awo nicht.

Gegen Olijnyk und Lohmann ermittelt die Staatsanwaltschaft Schwerin wegen des Verdachts der Untreue. Das Strafverfahren sei aber unabhängig vom Zivilverfahren, so die Richterin. Die Kammer könne aber nicht erkennen, dass die Verträge „sittenwidrig“ gewesen wären.

Winfried Wagner

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