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Kfz-Briefe: Diebstahl vor Gericht

Greifswald Kfz-Briefe: Diebstahl vor Gericht

Stralsunder bestreitet Einbruch in Anklamer Zulassungsstelle.

Greifswald. Vor dem Amtsgericht Greifswald hat gestern der Prozess gegen einen Stralsunder wegen gewerbsmäßigen Diebstahls begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 36-Jährigen vor, im Februar 2011 mehr als 2500 Vordrucke für Fahrzeugscheine oder -briefe und Siegel sowie zehn TÜV-Prüfplaketten aus der Kfz-Zulassungsstelle in Anklam (Vorpommern-Greifswald) gestohlen zu haben, um sie weiterzuverkaufen. Die Unterlagen sind zu einem Teil noch im Umlauf. Der Polizei sind 173 Fälle bekannt, bei denen Privatpersonen oder Firmen in Deutschland und dem europäischen Ausland geschädigt wurden.

Der Angeklagte bestritt zum Prozessauftakt die Tat. Über seinen Anwalt ließ er erklären, dass er in der Tatnacht zum 9. Februar 2011 zum Geburtstag seines Cousins in Schneeberg (Sachsen) gewesen sei. Das am Tatort gefundene Werkzeug stamme zwar von ihm. Er habe es Anfang Februar an Bekannte verborgt.

Die Polizei hatte am Tatort DNA-Spuren des Angeklagten an Werkzeugen und einer Zigarettenkippe gesichert. Dabei müsse es sich um Mischspuren handeln, ließ der Angeklagte erklären. Im Werkzeugkasten hätten sich auch Zigaretten befunden. Das Verfahren vor dem Amtsgericht Greifswald wird am 24. April fortgesetzt. Dann will das Gericht diejenigen vernehmen, die vom Angeklagten als Entlastungszeugen benannt wurden.

Die Betrüger, die die Kfz-Unterlagen von den Einbrechern erwarben, sollen in die Dokumente die Daten von gestohlenen Fahrzeugen eingetragen haben. Den Käufern fiel der Trick erst bei der Anmeldung des Gebrauchtwagens in der Zulassungsstelle auf.

„Wenn man beabsichtigt, einen Gebrauchtwagen zu kaufen, ist es ratsam, sich zuvor den Kfz-Schein mit der Seriennummer und mit der eingetragenen Fahrzeug-Identnummer faxen zu lassen“, sagte Polizeisprecher Andreas Scholz. Die Polizei könne dann prüfen, ob das Fahrzeug gestohlen worden sei. Die der Polizei bekannten Betrugsopfer hätten einen Schaden von jeweils 10 000 bis 35 000 Euro angemeldet.

Martina Rathke

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