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Kinder-Krebsstation: Rostock braucht Greifswalds Hilfe

Rostock Kinder-Krebsstation: Rostock braucht Greifswalds Hilfe

Uni-Klinik fehlt Personal / Um eine Schließung zu verhindern, wollen beide Hochschulen ein gemeinsames Kinder-Krebszentrum gründen

Rostock. /Greifswald. Für Hunderte kleine Patienten aus dem gesamten Land ist die Kinder-Krebsstation der Uni-Klinik in Rostock jedes Jahr die Rettung. Doch: Der Einrichtung droht das Aus – weil der Bund die Anforderungen verschärft hat und die Rostocker Onkologie nicht mehr genügend Fachkräfte nachweisen kann.

Um eine Schließung zu verhindern, holt sich Rostocks Uni-Medizin nun Hilfe von der kleineren Schwester-Klinik in Greifswald.

Ärzte und Fachpflegekräfte der Ernst-Moritz- Arndt-Universität in Vorpommern sollen künftig in Rostock den Betrieb der Kinder-Krebsstation sichern. Und damit nicht genug: Die Unis planen, ihre Kinder-Onkologien mittelfristig zu fusionieren.

Schon seit Jahren gibt es in der Rostocker Kinder-Krebsklinik personelle Engpässe, räumt der ärztliche Vorstand der Uni-Medizin, Prof. Christian Schmidt, ein. „Im Land gibt es insgesamt vier Kinder-Onkologien. Doch um die alle adäquat besetzen zu können, gibt es nicht genügend Fachkräfte in MV. Selbst bundesweit wird es eng“, so Schmidt. Auch das zuständige Sozialministerium in Schwerin bestätigt: „Diese Experten wachsen nicht auf den Bäumen. Insofern begrüßen wir die Kooperation der Unis ausdrücklich“, so Christian Möller, Sprecher von Sozialministerin Birgit Hesse (SPD).

Zumal der Bund in diesem Jahr die Anforderungen noch verschärft habe: „Und wenn eine Klinik die nicht erfüllt, zahlen die Kassen auch nicht für die Behandlungen“, erklärt der Rostocker Vorstand.

Ein Aus für die Station käme aber für nicht in Frage: „Das ist nicht nur eine Frage der Vernunft, sondern auch eine Herzensangelegenheit.“ Also hätten die Rostocker in Greifswald um Hilfe gebeten.

„In Greifswald haben wir noch genügend Personal. Wir haben über Jahre darauf geachtet, dass es gar nicht erst zu Engpässen kommt“, sagt Professor Holger Lode, Chef des Eltern-Kind-Zentrums der Greifswalder Unimedizin und zugleich Leiter der Kinderonkologie. Wieso das in Rostock anders gelaufen ist, könne er aber nicht beurteilen. „Aber natürlich kommen wir unseren Kollegen entgegen.“

Im Klartext: Die beiden Uni-Kliniken werden sich künftig Personal teilen. „Dabei geht es in erster Linie um Fachpflegekräfte, die an beiden Standorten eingesetzt werden“, sagt Lode.

Sein Chef, der Greifswalder Uni-Vorstand Dr. Thorsten Wygold geht sogar noch einen Schritt weiter: „Wir planen, ein gemeinsames standortübergreifendes Zentrum zu gründen – eine gemeinsame Kinder-Onkologie.“ Und weiter: „Greifswald als der etwas größere Partner auf diesem Gebiet kann dabei Rostock unterstützen. Die Vorbereitung läuft.“ Die Pläne sollen in wenigen Monaten dem Land vorgestellt werden.

Andreas Meyer

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