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Kinder sollen ihre Schulnoten selbst absegnen

Rostock Kinder sollen ihre Schulnoten selbst absegnen

Nach einem Plan des Bildungsministers müssen Klassenarbeiten künftig nicht mehr von Müttern und Vätern gegengezeichnet werden. Der Elternrat befürchtet Kontrollverlust.

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Nach einem Plan des Bildungsministers müssen Klassenarbeiten künftig nicht mehr von Müttern und Vätern gegengezeichnet werden. Der Elternrat befürchtet Kontrollverlust.

Quelle: Fotolia

Rostock. Laut einer neuen Dienstanweisung von Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) sollen Schüler der Klassenstufen zwei bis zehn ab sofort ihre Noten selbst unterschreiben.

Bislang haben die Schulen Klassenarbeiten von den Eltern gegenzeichnen lassen und archiviert. Das jedoch sei „Quatsch“ und habe keine pädagogische Funktion, so der Bildungsminister.

„Es gibt für das, was seit 20 Jahren im Land gemacht worden ist, keine Rechtsgrundlage“, sagt er. Künftig sollen Schulen auf die Elternunterschrift unter Klassenarbeiten verzichten und die Texte auch nicht mehr einlagern. Stattdessen erhalten die Schüler ihre Tests gegen Unterschrift. Eltern sollen regelmäßig per Notenspiegel über die Leistungen ihres Nachwuchses informiert werden.

Vielen Schulen passt das nicht. Sie wollen am bisherigen Verfahren festhalten. Auch der Landeselternrat übt Kritik. „Die Unterschrift der Eltern unter jeder Klassenarbeit muss definitiv bleiben. Ich möchte von der ersten Klasse bis zum Abitur informiert sein über die Leistungen meines Kindes“, sagt die Vorsitzende Martina Richter. Anhand einer Zensurenliste, die Eltern vielleicht alle paar Monate zu Gesicht bekämen, könnten sie nicht nachvollziehen, wo ihr Kind Schwierigkeiten habe. Beim Blick auf die Klassenarbeit hingegen zeige sich gleich, wo der Schüler Hilfe brauche.

Brodkorb kann die Kritik nicht nachvollziehen. „Erst wird bemängelt, es gebe zu viel Bürokratie. Und dann macht man einen Vorschlag, wie man sie reduzieren kann, schon gibt’s die gegenteilige Diskussion.“ Ob mit Elternunterschrift und Klassenarbeits-Archiv oder aber mit Notenspiegel – jede Schule könne selbst wählen, wie sie die Eltern über die Leistungen der Schüler informiere. Auch Kombinationen seien möglich: Schneidet ein Schüler bei einer Arbeit schlecht ab, kann die Lehrkraft die Unterschrift der Eltern einfordern, auch wenn die Klassenkameraden diese nicht vorzeigen müssen. In Fällen, in denen sich Lehrer Sorgen um die Leistungen eines Schülers machen, könnten sie so die Eltern weiterhin unmittelbar informieren, so Brodkorb. „Trotzdem entfällt der Archivierungsaufwand, der ohnehin nichts bringt.“

Der Bildungsminister vertraut offenbar darauf, dass Schüler ihre Klassenarbeiten den Erziehungsberechtigten vorlegen, auch wenn die Notwendigkeit nicht mehr besteht. Den Empfang der Tests sollen künftig schon Zweitklässler per Unterschrift bestätigen. Die habe jedoch keinerlei Rechtsfolgen, stellt Brodkorb klar. „Das dient nur einem Zweck: dass die Lehrer auf Wunsch der Eltern nachweisen können, dass die Arbeiten ausgereicht worden sind.“

 

OZ

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