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Kinderarmut in MV wächst dramatisch

Schwerin Kinderarmut in MV wächst dramatisch

Die Förderung von Kindern ist teuer, aber unerlässlich, sagen Sozialverbände

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Kinder aus sozial schwachen Familien erhalten ein warmes Mittagessen in einem Kinderladen im Norden.

Quelle: Ingo Wagner/dpa

Schwerin. . Der Kinderschutzbund in MV hat von der Landesregierung entschiedene Schritte zur Verbesserung der Lage armer Kinder gefordert. Die Kinderarmut im Land sei mit mehr als 20 Prozent dramatisch, sagte Verbandsgeschäftsführer Carsten Spies gestern in Schwerin anlässlich des UN-Weltkindertages. Besonders besorgniserregend sei, dass Armut oft ein Dauerzustand sei. Mehr als die Hälfte der Kinder in Hartz-IV-Familien bezögen die Sozialleistung länger als drei Jahre.

Alarmierend seien zahlreicher werdende Hinweise aus den Grundschulen, dass sehr viele Kinder aus belasteten Familien zum Zeitpunkt der Einschulung gar nicht schulreif seien. Spies forderte deshalb weitere Verbesserungen in der Kindertagesbetreuung. Personell müssten die Kitas so ausgestattet werden, dass sie ihren Bildungs- und Förderauftrag auch umsetzen könnten, sagte er. Dies gelte auch für Tagesmütter. „Für diese Betreuungsform bedarf es dringend einer Landesrahmenrichtlinie“. Spies warnte vor Verschlechterungen im Hort, um andere Maßnahmen zu finanzieren.

Für die Schulsozialarbeit verlangte Spies dringend langfristig stabile Rahmenbedingungen. „Die Schulsozialarbeit ist ein wichtiges Instrument, um benachteiligte Kinder zu fördern“, sagte er. Der Paritätische Wohlfahrtsverband forderte, die Weiterfinanzierung nach dem Auslaufen der Programme ab 2017 aus Landesmitteln sicherzustellen. Rund 320 Stellen seien betroffen.

Bisher werden die Schulsozialarbeiter über Programme bezahlt, die ab dem kommenden Jahr auslaufen. Noch ist die anschließende Finanzierung nicht geklärt. Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) hatte in dem Zusammenhang mit dem Vorschlag für Unmut gesorgt, die Schulsozialarbeiter an Grundschulen am Nachmittag im Hort einzusetzen. Kritiker gaben zu bedenken, dass die Arbeit der Schulsozialarbeiter nicht mit Unterrichtsschluss um 13 Uhr zu Ende sei. Sie hätten Projekte vor- und nachzubereiten, Elterngespräche zu führen und mit anderen Institutionen Verbindung aufzunehmen.

OZ

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