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MV aktuell Klein Britannien floriert auf Rügen
Nachrichten MV aktuell Klein Britannien floriert auf Rügen
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00:00 06.07.2016

Flaggen mit dem Union Jack, roséfarbene Teetassen mit dem Portrait der Queen und kleine Porzellanbulldoggen – wenn Besucher das Geschäft von Malcom Woods in Putgarten auf der Insel Rügen betreten, wird ihnen sofort klar, dass sie mitten in Großbritannien gelandet sind. In „Woodys little Britain“ verkauft der 49-jährige Brite typische Waren aus dem Vereinigten Königreich, im vergangenem Jahr hat Woods gemeinsam mit seiner Frau Angela Münster eine Teestube eröffnet. Hier werden den Gästen nicht nur selbstgebackener Kuchen und Scones, eine britische Spezialität, serviert, die Kunden können dazu aus zig Sorten britischen Tees das passende Getränk wählen. Für Woods ist ein Tag ohne Tee unvorstellbar. Teebeutel aus den örtlichen Supermärkten kommen Woods dabei nicht auf den Tisch. „Kann man nicht trinken“, stellt er fest und lacht. „Deutschen und englischen Tee trennen Welten.“

Die Tees lässt sich Woods mittlerweile nach Putgarten liefern, einen großen Teil seiner Bestellungen wickelt er allerdings vor Ort in Großbritannien ab. „Zwei Mal im Jahr fahre ich mit einem großen Transporter zum Einkaufen auf die Insel. Dort suche ich immer nach neuen Produkten, nach ausgefallenen Dingen, die den Kunden hier gefallen könnten“, erzählt Woods. „Manchmal entdecke ich echte Schätze. Zum Beispiel die Marmeladen eines schottischen Familienunter nehmens, das bereits 1830 gegründet wurde.“ Die Suche nach dem gewissen Extra ist strapaziös. Auf seinen Touren in den Norden Englangs legt er schon mal über 4000 Kilometer pro Woche zurück. Das Konzept des Ladens funktioniere nur, weil er leidenschaftlich gerne einkaufe, erzählt Woods.

Durch die europapolitischen Veränderungen in den vergangen Wochen, sind jedoch Wolken über der britischen Welt in Putgarten aufgezogen. Was der Brexit wirtschaftlich für das Unternehmen bedeutet, können die beiden nicht abschätzen. „Noch hat Großbritannien ja nicht einmal seinen Austritt in Brüssel eingereicht, der Wareneinkauf läuft ganz normal“, erzählt Angela Münster. Ihr Mann findet deutliche Worte. „Die Verursacher des Brexit verlassen doch wie die Ratten das sinkende Schiff, keiner von der Bande ist bereit auch nur ein Fünkchen Verantwortung zu übernehmen. Hinterlassen wurde ein riesiges Chaos.“ Um seine unbegrenzte Aufenthaltsgenehmigung muss sich Malcom Woods trotz des Austritts keine Gedanken machen, er könnte nach über 30 Jahren im Land und der Heirat mit einer Deutschen sogar einen deutschen Paß beantragen. „Kommt nicht in Frage“, lehnt Woods ab. „Da habe ich auch meinen Stolz. Der britische Paß bleibt. Trotz Brexit.“ In einem Punkt hat er seinen Stolz aber doch überwinden müssen. „Beim Fußball seid ihr einfach besser“, gibt er unumwunden zu.

Anne Ziebarth

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