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Kleingärtner rebellieren gegen ihren Chef

Rostock Kleingärtner rebellieren gegen ihren Chef

Am Sonnabend kommen die Rostocker Kleingärtner zur großen Versammlung zusammen - und dann soll auch ein Abwahlantrag gegen Verbandschef Christian Seifert auf die Tagesordnung. Mehrere Vereine fühlen sich von ihm nicht mehr richtig vertreten.

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Christian Seifert ist Chef des Verbandes der Gartenfreunde in Rostock. Am Sonnabend droht ihm die Abwahl.

Quelle: Ove Arscholl

Rostock. In den Reihen der mehr als 30.000 Kleingärtner in Rostock rumort es gewaltig. Und in den Mittelpunkt der Kritik rückt nun Verbandschef Christian Seifert. Eine Gruppe von Kleingärtnern aus mehreren Vereinen will den Vorsitzenden des Verbandes des Gartenfreunde abberufen. Wenn sich die Delegierten aus mehr als 150 Vereinen am Sonnabend zur Hauptversammlung treffen, soll auch ein Abwahlantrag gegen Seifert auf die Tagesordnung kommen.

„Aus unserer Sicht ist es mehr als nötig, dass Herr Seifert seinen Posten räumt“, sagt Gabriele Schmidt, Vorsitzende des Kleingartenvereins Pütterweg in der Südstadt. Die Anlage liegt im Bereich des so genannten Groten Pohls, soll in einigen Jahren bis zu 750 neuen Wohnungen weichen. Was sie Seifert vorwirft: „Statt für den Erhalt von möglichst vielen Gärten zu kämpfen, versucht Seifert die Gartenfreunde zu überzeugen, doch freiwillig aufzugeben. Er hat laut Satzung für unseren Erhalt zu kämpfen – und nicht für unseren Rückzug“, so Schmidt. Dass am Groten Pohl gebaut werden soll, wüssten die Kleingärtner seit Jahren. „Nach den Plänen muss die Stadt einen Grüngürtel schaffen. Warum lässt man uns den nicht?“ Seifert kämpfe nur für ausgewählte Vereine und nicht für alle. „Wir werden nicht die einzigen sein, die für die Abwahl stimmen“, sagt Gabriele Schmidt. Der Verbandschef wehrt sich: Die Anlage sei in der jetzigen Form nicht zu retten – weil die Stadt ihr Recht nutzt, dort Bauland zu schaffen. „Das Rathaus bietet eine 1,3-fache Entschädigung und übernimmt die Beräumung. Der Vereinsvorstand hat es versäumt, seine Mitglieder rechtzeitig und umfassend zu informieren. Es gibt außerdem einige Gärtner dort, die aufgeben wollen.“

Doch auch aus Seiferts eigenem Verein, der Anlage „Am Moor“ in Warnemünde, gibt es Kritik: Sie soll in einen so genannten Kleingartenpark umgewandelt werden. Eine Gruppe von Gärtnern um Axel Hinz fühlt sich über diese Pläne schlecht informiert – und fürchtet, dass die Anlage den Schutz des Bundeskleingartengesetzes verlieren könnte. „Wir haben nichts dagegen, uns zu öffnen. Aber wir wollen sicher sein“, sagt Hinz. Die Gruppe verlangt mehr Informationen, habe die vom Vorstand aber nicht bekommen und zog deshalb sogar vor Gericht: Das Amtsgericht Rostock verpflichtete den Verbandschef nun, die Adressen der Mitglieder rauszugeben – damit die Kritiker einen Info-Abend einberufen können. Der Verein ging in Widerspruch, setzte seinerseits eine Versammlung an. „Als Park genießen wir sogar einen noch höheren Schutzstatus“, sagt Seifert.

Andreas Meyer

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