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MV aktuell Können bald nur noch Reiche jagen?
Nachrichten MV aktuell Können bald nur noch Reiche jagen?
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07:04 15.11.2016
Eine Jägerin pirscht durch den Wald. Quelle: Wolfgang Kumm/dpa
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Rostock

Die Verwaltungskosten der Jagdgenossenschaften sind extrem gestiegen – so sehr dass sie kaum noch Gewinne machen und deshalb vermutlich die Pachten dramatisch erhöhen müssen. „Das dürfte das Ende der Jagdpachtvergabe an nicht so finanzkräftige Jäger bedeuten“, befürchtet Marcus Schwarzer, Vorsitzender des Arbeitskreises der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden MV. Auch der Jagdverband ist besorgt: „Wird die Pacht erhöht, fallen die bodenständige Jagd und wichtige Ansprechpartner für die Menschen vor Ort weg“, sagt Pressesprecher Ulf-Peter Schwarz. Damit würden nur noch reiche Jäger zum Schuss kommen.

Damit nicht jeder Grundstückseigentümer auf seinem Besitz wild umherschießen darf, gibt es Jagdgenossenschaften. Ihre Vorstände arbeiten ehrenamtlich. Aktueller Kostentreiber ist die Datenbeschaffung: Laut Gesetz müssen die Vorstände regelmäßig aktuelle Kataster vorlegen. Die weisen die Informationen aller Landeigentümer aus, die ihre Flächen für die Jagd zur Verfügung stellen. Für große Jagdgenossenschaften mit mehreren Tausend Hektar Land bedeutet das Ausgaben im hohen vierstelligen Bereich.

In vielen Bundesländern sind Sonderregelungen getroffen worden, zum Beispiel mit finanziellen Ermäßigungen bis zu 50 Prozent. In MV gibt es die bislang nicht. Viele ehrenamtliche Jagdvorstände spielen deshalb mit dem Gedanken, ihre Ämter niederzulegen.

Das Innenministerium, das für die Katasterämter zuständig ist, sieht derzeit keinen Spielraum für finanzielle Ermäßigungen: „Nach gegenwärtiger Rechtslage können Jagdgenossenschaften nicht von Verwaltungsgebühren befreit werden“, teilt eine Pressesprecherin mit. Um das zu ermöglichen, müsse der neue Landtag eine Gesetzesänderung beschließen. Darüber werde mit den Fraktionen geredet.

Kerstin Schröder

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