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MV aktuell Kranke Lehrer: Bis zu zehn Prozent der Stunden fallen aus
Nachrichten MV aktuell Kranke Lehrer: Bis zu zehn Prozent der Stunden fallen aus
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00:18 20.02.2015
Ulrike Berger, Bildungsexpertin der Grünen Quelle: Cornelius Kettler

An Schulen in MV fallen bis zu zehn Prozent der Schulstunden aus. Das geht aus einer Auflistung hervor, die die Landesregierung nach einer kleinen Anfrage der Grünen herausgegeben hat. Demnach hatten die Berufsschulen im Schuljahr 2013/14 mit 5,8 Prozent die höchste Ausfallquote seit zehn Jahren zu beklagen. Im landesweiten Durchschnitt aller staatlichen Schulen konnten 2,1 Prozent der Stunden nicht gegeben werden, das waren 0,1 Prozentpunkte weniger als im Jahr davor.

Die Grünen kritisieren vor allem, dass an manchen Schulen der Unterrichtsausfall sogar noch zugenommen habe. „Bei längerfristig hohen Ausfallwerten sind die Schulämter und das Bildungsministerium in der Pflicht, zusätzliche Vertretungskräfte zur Verfügung zu stellen“, forderte die bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Schweriner Landtag, Ulrike Berger.

So fielen 2012/13 an der Regionalen Schule Proseken (Nordwestmecklenburg) 8,1 Prozent der Stunden aus, im Folgejahr waren es 9,2 Prozent. Zählt man die Ausfälle wegen besonderer Ereignisse wie Sturm oder Schnee hinzu, waren es sogar mehr als zehn Prozent. Der Stundenplan von gestern wies in den neun Klassen der Schule sieben Vertretungsstunden aus, alleine drei davon in der zehnten Klasse.

Im Schulzentrum Stralsund stieg der Ausfall von 5,7 auf 7,3 Prozent, am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium in Bergen (Rügen) von 6,0 auf 6,7 Prozent. Aber es gab auch Verbesserungen:

An der Beruflichen Schule Bad Doberan konnten 2012/13 noch 10,3 Prozent der Stunden nicht gegeben werden, 2013/14 waren es nur noch 4,3 Prozent.

Das Bildungsministerium hält jedoch nichts davon, Werte einzelner Schulen zu veröffentlichen. „Rankings zum Unterrichtsausfall und Vertretungsunterricht helfen niemandem weiter“, sagte Sprecher Henning Lipski. Eltern und Schüler sollen diese Daten auch weiterhin nicht von ihrer Schule erfahren dürfen, sondern nur beim Ministerium. Berger warf Minister Mathias Brodkorb (SPD) „Geheimniskrämerei“ vor: „Wir sind der Ansicht, dass Schüler und Eltern einen völlig legitimen Anspruch darauf haben, diese Werte zu kennen.“ Das Ministerium wolle die Zahlen nur zurückhalten, um sich kritische Nachfragen zu ersparen, sagte Berger.

Unterstützung erhält Brodkorb von der Linken: „Eine unkommentierte Veröffentlichung der Ausfallquoten für einzelne Schulen öffnet Vorurteilen und falschen Auslegungen Tür und Tor“, warnte die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg. Doch auch sie kritisierte den Unterrichtsausfall und forderte Abhilfe: „Wenn jedes Jahr mehr als zwei Prozent der Stunden ausfallen, dann müssen genau diese zwei Prozent mehr den Schulen zur Verfügung stehen.“ Rechnerisch fehle pro Schuljahr die Arbeit von 520 Lehrern.

• Liste zum Stundenausfall an Schulen in MV unter www.ostsee-zeitung.de

Neue Lehrer sollen Lücken füllen
60 zusätzliche Vertretungslehrer will das Bildungsministerium MV im laufenden Schuljahr einstellen, um dem gestiegenen Unterrichtsausfall zu begegnen.
Eine halbe Million Stunden fallen pro Schuljahr aus, weil Lehrer krank sind. Ein weiterer Grund für Unterrichtsausfall sind außergewöhnliche Ereignisse, wie zuletzt das Sturmtief Xaver.



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