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Krankenstand so hoch wie nie: MV besonders schlimm dran

Schwerin Krankenstand so hoch wie nie: MV besonders schlimm dran

Schmerzvoll: In keinem anderen Bundesland gibt es so viele Krankschreibungen wegen Rückenbeschwerden wie in MV.

Schwerin. Schmerzvoll: In keinem anderen Bundesland gibt es so viele Krankschreibungen wegen Rückenbeschwerden wie in MV. Von den knapp 20 Tagen, die Berufstätige in MV pro Jahr durchschnittlich krank sind, entfallen zwei Tage auf Rückenbeschwerden. Wie die Techniker Krankenkasse für ihre Versicherten ermittelt hat, lag der Wert im Bundesdurchschnitt bisher 30 Prozent niedriger.

Doch auch bundesweit steigt der Krankenstand, insbesondere durch mehr Ausfalltage bei Muskel-Skelett-Erkrankungen und psychische Leiden. Für das erste Halbjahr 2016 vermeldete die Krankenkasse DAK-Gesundheit gestern sogar den höchsten Krankenstand seit 20 Jahren. Auf 4,4 Prozent stieg der Krankenstand, er ist damit 0,3 Prozentpunkte höher als im ersten Halbjahr 2015.

Rückenschmerzen gelten als Volkskrankheit. „Oft sind Übergewicht, Bewegungsmangel und einseitige Belastung am Arbeitsplatz schuld daran“, weiß Manon Austenat-Wied von der TK-Landesvertretung MV. Dass die Ausfalltage in MV so hoch seien, liege möglicherweise auch daran, dass MV ein Pendlerland ist. Austenat-Wied: „Das führt für viele Arbeitnehmer zu hoher Belastung.“

Der hohe Krankenstand in den neuen Bundesländern resultiere aus „mehr prekären Arbeitsverhältnissen“, ergänzt DAK-Sprecher Rainer Lange. Körperlich schwere Arbeit, Minijobs, niedrigere Bezahlung und hohe Arbeitsverdichtung schlügen sich im Krankenstand nieder.

Fakt ist zudem: Mit dem Lebensalter steigt die Krankheitshäufigkeit. „MV hat viele ältere Versicherte, natürlich wirkt sich das bei den Fehlzeiten aus“, bestätigt Markus Juhls von der AOK Nordost. In ihrem jüngsten Fehlzeiten-Report beleuchtete die AOK jedoch: Auch bei jungen Leuten steigt der Krankenstand. „Bereits jeder dritte Azubi klagt über Beschwerden“, berichtet Juhls. Als Ursachen gelten ungesunde Ernährung, wenig Schlaf, Alkohol, Nikotin oder übermäßige Nutzung digitaler Medien. Auszubildende seien halb so lange, dafür aber doppelt so oft arbeits- unfähig. Pro Krankschreibung fehlen Azubis 6,4 Tage, die übrigen Beschäftigten im Schnitt 15 Tage. Juhls: „Die hohe Zahl kranker Berufsstarter macht deutlich: Wir brauchen schon für Azubis Ange- bote zur Gesundheitsvorsorge.“ Was im TK-Report überrascht: Eltern sind seltener krankgeschrieben als kinderlose Berufstätige. Erwerbstätige Mütter waren in MV 2015 statistisch betrachtet einen Tag weniger krankgeschrieben als Frauen ohne Kinder, Väter sogar fast zwei Tage weniger als andere Männer. Elke Ehlers

OZ

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