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MV aktuell Kriminalstatistik: Schwerin ist die Hauptstadt der Banditen
Nachrichten MV aktuell Kriminalstatistik: Schwerin ist die Hauptstadt der Banditen
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00:16 11.04.2018
Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier Quelle: Foto: Dpa

Schwerin ist laut Kriminalstatistik 2017 auch die Landeshauptstadt der Verbrecher: Nirgendwo sonst in MV gab es im Vorjahr so viele Einbrüche, Diebstähle oder Körperverletzungen pro 100000 Einwohner, nämlich 12201. Das seien doppelt so viele wie im Landesdurchschnitt, erklärte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) gestern. Rostock kommt im Vergleichsmaßstab auf 9075 Fälle. Mit dem Rückgang der Kriminalitätszahlen im Vorjahr sei er zufrieden. Allerdings brauche es mehr Beamte, da sich die Polizeiarbeit im Internetzeitalter grundlegend verändert habe.

Eine wirkliche Erklärung für die hohe Kriminalitätsrate in Schwerin liefert Caffier nicht. Die Nähe zu Hamburg sei für Banden womöglich attraktiver. Dass aber in der größeren Stadt Rostock im Vergleich zur Einwohnerzahl weniger Anzeigen gestellt werden, fand keine plausible Begründung. Caffier räumte ein, dass eine seit anderthalb Jahren diskutierte Videoüberwachung am Schweriner Marienplatz bis heute an technischen Problemen scheitere.

Landesweit sei die Zahl bekannter Straftaten die niedrigste seit Einführung der Statistik. Um 12700 sei die Zahl der erfassten Straftaten im Vorjahr gegenüber 2016 zurückgegangen: auf 110337.

Hauptgrund: weniger Verstöße gegen das Aufenthaltrecht. Unterm Strich habe es in den meisten Bereichen weniger Delikte gegeben, in einigen dagegen mehr. Konkret:

Mord und Totschlag: Hier gab es einen Anstieg um zehn auf 55 Fälle, darunter auch Versuche. 50 Prozent seien fahrlässige Tötungen.

Sexualdelikte: Die Statistik zeigt einen leichten Anstieg auf 1086; dies hänge primär mit der Verschärfung des Gesetzes zusammen.

Wohnungseinbrüche: 1180 Fälle bedeuten ein Minus von 20 Prozent.

Diebstähle wurden landesweit 34708 erfasst, 12 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Fälschung oder Betrug gab es 21588 Mal – 1000 Fälle weniger als 2016.

Gewaltstraftaten wie Bedrohung oder Körperverletzung haben ebenfalls abgenommen: um rund 500 auf 15556. Besorgniserregend sei der Anstieg beim Thema Enkeltrick, so Thomas Krense, Vize-Chef des Landeskriminalamtes.

Zuwanderer bereiteten ihm in der Statistik generell Sorge, so Caffier, da sich die Zahl der Straftaten, die diesen zugeordnet werden, um 25 Prozent auf 4527 erhöht habe, vor allem bei Bedrohung, Körperverletzung und Diebstahl. Der Minister plädiert für verschärfte Abschiebung nach Afghanistan und Neubewertung der Lage in Syrien.

Drogen spielten in 5944 Fällen eine Rolle. Dies liege vor allem an der Verschärfung der Kontrollen – ein Beispiel „erfolgreicher Polizeiarbeit“, erklärt der Minister. Dass die Zahlen die Realität zur Kriminalität landesweit nur verzerrt widerspiegeln, sei bekannt, räumt Caffier ein. Eine vom Ministerium veranlasste Dunkelfeldstudie kam zum Ergebnis, dass viele Menschen aus Angst erst gar keine Anzeige erstatten. So sei der Wert der Kriminalitätsstatistik begrenzt, so Caffier, aber „hilfreiches Handwerkszeug“, um Polizeiarbeit neu auszurichten. Er sei überzeugt, dass MV „noch sicherer geworden ist“.

Kriminalfälle, die 2017 in MV für Aufsehen sorgten

Februar: Drogenfund im Wert von 100000 Euro in Stavenhagen.

März: Diebstahl eines Lisztaffen aus dem Greifswalder Zoo; das Tier verendet.

Mai: Festnahme dreier Männer wegen Terrorverdachts in Güstrow. Zwei Abschiebungen.

Mai: Grausiger Fund im Sumpf bei Altentreptow. Eine 29-jährige Frau wurde ermordet.

Juli: In Grimmen täuscht ein Mann (26) die Geiselnahme einer Frau vor. Die Polizei ortet sein Handy.

Juli: Jetzt wird bekannt: Eine Frau (40) verscharrt ihr totes Baby bei Wittenburg.

August: Ein Fußgänger (33) wird Opfer eines Autorennens in Neubrandenburg.

November: Ein Syrer (19) plant Bombenbau und Tötung vieler Menschen. Festnahme in Schwerin.

Frank Pubantz

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