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Kuder für mehr Ermittler am „Tatort Internet“

Schwerin Kuder für mehr Ermittler am „Tatort Internet“

Mecklenburg-Vorpommerns Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) setzt sich für mehr Ermittler am „Tatort Internet“ ein. Die Zahl der Straftaten im Internet werde weiter zunehmen, sagte die Ministerin der Nachrichtenagentur dpa.

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Kuder (CDU) warnt vor Internet-Kriminalität. Foto: Kay Nietfeld/Archiv

Schwerin. Bereits im vergangenen Jahr seien im Land täglich fünf neue Ermittlungsverfahren hinzugekommen. So eröffneten die Sonderdezernate Internetkriminalität bei den Staatsanwaltschaften im Vorjahr 866 Ermittlungsverfahren. Sie kümmern sich vor allem um kleinere Fälle. Rund 1000 gewichtigere Verfahren kamen bei der in Rostock angesiedelten Schwerpunktstaatsanwaltschaft „Cybercrime“ hinzu, darunter 447 Verfahren gegen bekannte und 500 gegen unbekannte Straftäter. Darüber hinaus habe es elf große Wirtschaftsverfahren gegeben.

Zu den Straftaten gehörten Beleidigungen in Foren, Betrug beim Internethandel oder die Infizierung fremder Rechner zum Ausspähen sensibler Daten. Generalstaatsanwalt Helmut Trost zufolge sind die Fälle des Betrugs beim Handel über die Internet-Verkaufsplattformen drastisch gestiegen. Dabei würden verschiedenartigste Formen der Identitätsverschleierung angewandt. Er begrüßte es, dass Kuder das Team von bislang drei in der Schwerpunktstaatsanwaltschaft eingesetzten Sonderdezernenten erweitern wolle.

Laut Kuder wird der Ermittlungsaufwand weiter steigen. So gebe es im Land mindestens 150 Geschädigte aus Fällen, bei denen „Internetkäufe auf dubiosen Konten abgewickelt wurden, die wenig später samt dem eingezahlten Geld nicht mehr existierten“. Der Gesamtschaden liege bei mehr als 70 000 Euro. Es seien aber erst drei der bislang 25 bekanntgewordenen Täter-Konten ausgewertet worden.

Weiterhin müssten organisierte Strukturen gesprengt werden, die kinderpornografische Dateien verbreiten. In Verfahren, in denen das Internet für politische Propaganda missbraucht wurde, seien heute Akten mit mehr als 30 000 Seiten zu bearbeiten, was bis zu 500 Folgeverfahren nach sich ziehen könne.

dpa

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