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Kultur 28. Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern ist gestartet
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13:28 02.05.2018
Der Film „styx“ eröffnete am Dienstag das Filmkunstfest Schwerin. Quelle: Produtkionsfirma
Schwerin

Mit einer Gala im Schweriner Filmtheater „Capitol“ ist am Dienstagabend das 28. Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern eröffnet worden. Zehn aktuelle, deutschsprachige Spielfilme konkurrieren um den mit 10 000 Euro dotierten Hauptpreis, den „Fliegenden Ochsen“. Ebenfalls zehn Produktionen stehen im Dokumentarfilm-Wettbewerb, im Kurzfilmwettbewerb 20, im Kinder- und Jugendfilmwettbewerb „Leo“ sieben. Insgesamt winken Preise im Wert von rund 50 000 Euro.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) kündigte zur Eröffnung an, die Filmförderung im Land neu zu organisieren. Dies ist im Koalitionsvertrag von SPD und CDU von 2016 vereinbart worden. Das Land werde sich in Zukunft mehr einbringen, versprach die Regierungschefin. „Wir können uns vorstellen, in eine gemeinsame Gesellschaft mit den jetzigen Akteuren einzutreten.“ Ziel sei es, Synergien zu schaffen und die Schlagkraft der Filmförderung zu erhöhen. Damit solle auch die Bekanntheit Mecklenburg-Vorpommerns als attraktiver Drehort weiter erhöht werden.

Bisher hat Mecklenburg-Vorpommern eine kulturelle Filmförderung, die jährlich 215 000 Euro Fördermittel an künstlerisch anspruchsvolle Produktionen vergibt. Eine wirtschaftliche Filmförderung, die auch Unterhaltung unterstützt und damit kommerzielle Produktionen ins Land holt, gibt es seit 2012 nicht mehr. Sie umfasste 400 000 Euro pro Jahr. Schwesig betonte: „Einheimische Filmemacher müssen unterstützt werden, den Film-Nachwuchs wollen wir bei uns im Land halten.“ Die Film- und Medienbranche im Nordosten fordert jährlich 1,5 Millionen Euro Filmförderung.

Schwesig betonte, dass sie stolz auf das Filmkunstfest sei. „Nirgendwo sind Filmemacher und Publikum so eng beieinander wie bei uns in Schwerin“, sagte sie. Das gebe dem Filmkunstfest sein besonderes Flair.

Ein Schwerpunkt im Festivalprogramm 2018 sind Flüchtlingsschicksale. Dies wurde bereits beim Eröffnungsfilm „Styx“ deutlich. Das deutsch-österreichische Drama um eine Ärztin auf Segeltörn im Mittelmeer, die plötzlich mit einem überladenen Flüchtlingsboot konfrontiert wird, steht im Spielfilmwettbewerb. Der Streifen konkurriert unter anderem mit der deutsch-türkischen Produktion „Die Flucht“ über Konflikte eines Syrers an der Grenze zu Griechenland. Der Film erlebt in Schwerin seine Deutschlandpremiere.

Gezeigt werden vom 1. bis 6. Mai in Schwerin rund 140 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme in vier Wettbewerben und mehreren thematischen Reihen. Gastland ist Georgien, Ehrengast der Schauspieler Henry Hübchen, dem eine eigene Filmreihe gewidmet ist. Er erhält bei einer Gala am 5. Mai den Ehrenpreis „Goldener Ochse“.

Bereits bei der Eröffnungsgala am Dienstagabend wurden erste Auszeichnungen vergeben. Dazu gehörte der Vielfaltspreis der Initiative „WIR. Demokratie braucht Vielfalt“. Er ging an die Filmemacherinnen Johanna Huth und Julia Gechter für ihren Dokumentarfilm „Nach Parchim“ über die Schicksale eines kleinen syrischen Flüchtlingsjungen und einer 91-jährigen Frau, die mit 19 Jahren aus Ostpreußen floh. Der Film war kurz vor der Preisverleihung erstmals gezeigt worden.

dpa

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